Informatik, Realsatire, Photos. Und Ameisen in einem Terrarium.

Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und mich faszinieren dezentral organisierte Systeme. Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Ich arbeite als Systemingenieur bei der IVU Traffic Technologies AG in Aachen an Themen im DevOps-Umfeld.



Egel überleben minus 196 Grad Celsius für 24 Stunden

Was mich immer wieder mal fasziniert, sind Superlative aus der Biologie. Hier ist einer: Normalerweise geht man ja davon aus, dass Organismen, gerade mehrzellige, nicht überleben, wenn sie gefroren werden, also durchgehend eine Temperatur von unter null Grad Celsius annehmen. Einige wenige Ausnahmen gibt es, so existieren zum Beispiel Frösche mit eigenem Frostschutzmittel im Blut.

In diesem Paper einer Forschungsgruppe in Tokyo wird nun die Chuck-Norris-Familie unter den Egeln beschrieben, die – im Kontrast zu den o.g. Fröschen – nicht direkt für niedrige Temperaturen gedacht ist. Zumindest dachte man das. Diese Egel wurden für 24 Stunden in flüssigen Stickstoff mit vergleichsweise frischen -196°C getaucht, und zwar ohne vorherige Akklimatisierung. Nach 24 Stunden wurden sie wieder aufgetaut – und lebten wieder. Auch das Überleben mehrerer Einfrier- und Auftauzyklen zwischen 20°C und -100°C stellte kein großes Problem dar, der Schwund unter den Egeln blieb gering. Selbst nach zweieinhalb Jahren Gefrorensein bei -90°C gab es Überlebende. Respekt!

Und die Moral von der Geschicht: Als Egel in einer Tokyoter Forschungsgruppe muss man sich echt warm anziehen. :-) (Danke, Thilo!)

Streikende Knöllchen

Nordrhein-Westfalen wird gerade von einer Warnstreikserie im öffentlichen Dienst heimgesucht. Die Zustände sind un-aus-sprech-lich. Eltern stehen mit hohlem Blick vor geschlossenen Kitas und müssen nun sehen, wie sie ihren Nachwuchs selbst verziehen. Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen: Jeder sollte schauen, ob seine Straßenbahn fährt oder ob er nicht doch lieber den Stau nimmt. Besonders hart trifft es aber die Bonner: „Etwa ein Drittel der städtischen Knöllchenverteiler wird morgen streiken.“ Das geht zu weit, ich bin empört! 8-) (Danke, Fee)

Wieder da

In eigener Sache: Normalerweise bin ich hier vorsichtig mit persönlichen Einzelheiten, kann aber auch die Nachfragen verstehen. Daher in aller Kürze: Aufgrund von Jobwechsel (nein, nicht zu Xerox), Hauskauf, Hausrenovierung und Umzug – das ganze sportlich zusammengefasst in rund drei Monaten – war es hier kurz etwas ruhiger. Sorry! Aber wie das so ist: Kaum ist man mal kurz verhindert, passiert wahnsinnig viel gleichzeitig, was sonst genau in meinen Spaßbereich gefallen wäre.

  • Alice Schwarzers Steuereskapaden kommen raus, und sie tut das, was sie kann – anprangern. Wenn man nur einen Hammer hat, sieht eben alles wie ein Nagel aus.
  • Vorratsdatenspeicherungs-Hardliner Sebastian Edathy stolpert über … na? na? … Genau! Über auf Vorrat gespeicherte Daten eines kanadischen Lehrmaterial-Anbieters für Priesterseminare der katholischen Kirche m(. Oh the irony! Ob er die Nachfolge von Tebartz-van Elst antritt? Ich bin sicher, Herr Edathy hat nun gelernt, dass es nicht immer gut ist, anlasslos Daten auf Vorrat zu speichern. Man kann eben nicht wissen, was damit irgendwann unter zum Speicherzeitpunkt nicht absehbaren Motiven angestellt wird, im Zweifel – wie hier – auch unter völliger Missachtung rechtstaatlicher Prinzipien. Allerdings kann er diese Einsicht nun leider nicht mehr als Abgeordneter vertreten. Chance vertan.
  • Ex-Innenminister Friedrich, treffend abgekürzt auch IM Friedrich, tritt zurück, weil er Sigmar Gabriel von Edathys Fernkurs erzählt hat, der es dann niemandem weitergesagt hat, außer dem Rest der SPD und allen sechzehn Landeskriminalämtern …

Was für ein Jahresanfang aus realsatirischer Sicht. Kann man sich gar nicht ausdenken! Aber das ist eben Pech. Danke ebenfalls für die Nachfragen, ob ich Vater geworden sei: Nein, bin ich nicht (das wäre dann auch langsam etwas viel auf einmal). Jedenfalls geht es hier jetzt endlich wieder weiter. :-)

Artikel in den Mitteilungen der DMV

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung hat mich eingeladen, für die kommende Ausgabe ihrer Zeitschrift einen Artikel über die Xerox-Saga zu schreiben. Darüber freue ich mich sehr! Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch Lust, hineinzuschauen.

Bei dieser Gelegenheit weise ich auch noch mal auf den Blogpost zu meiner diesbezüglichen Gastvorlesung an der Uni Jena hin, der mittlerweile auch meinen Vortragsfoliensatz enthält und eine kleine Presseschau bietet.

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