Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und forsche an Algorithmen für dezentral organisierte Systeme. Konkret sind das gerade Schwärme von Robotern. Die Gedankengänge sind aber universell verwendbar: Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Manchmal lenke ich mich vom Forschen ab, indem ich mein Script weiterschreibe oder meine Ameisenkolonie photographiere (auch so ein dezentrales System).
In aller Kürze: Es geht weiter mit meinen Kündigungsversuchen bei Base. Man findet dort, dass weder mein Kündigungseinschreiben noch mein Kündigungsfax angekommen seien, und zusätzlich scheint man noch die Anzeige der BASE-Faxnummer auf den Fax-Sendeberichten zu unterdrücken, so dass Sendeberichte nicht verwertet werden können. Details auch weiterhin hier in der großen Historie. Unglaublich.
Gut, dass ich schön weit vor der Frist angefangen habe, meinen Vertrag zu kündigen und daher die Zeit nicht knapp ist. Also habe ich heute gleich noch einmal auf 4 verschiedenen Wegen gekündigt. Der Verbraucherzentrale NRW habe ich die Historie gleich auch mal zur Kenntnis gebracht. Wenn ich mir jetzt schon dafür Zeit nehmen muss, macht eine halbe Stunde zusätzlich auch nichts mehr.
Update: Mittlerweile habe ich mehrere nützliche Mails bekommen, wie man weiter verfahren könnte. Danke dafür! Ich werde weiterhin die Historie updaten. Wenn ihr jemanden kennt, der ähnliche Probleme hat, könnt ihr ihn gerne darauf verweisen.
Update2: Silberstreif am Horizont: Gerade hat Base zurückgerufen, Kündigung läge jetzt vor, Langversion gibts auch in der Historie.
Update3: Jetzt auch bei Fefe, der genau wie ich den Aspekt mit der Faxnummer sehr interessant findet. Wie wir sehen, ist das nicht bei allen Faxgeräten so, und manche lassen einen sogar auswählen, was auf den Berichten auftaucht – die Handshakenummer oder die eingegebene.
… kommt heute vom General-Anzeiger Bonn im Kontext einer vermissten Frau. Ein bekannter, rundlicher Blogger würde sagen „da war wohl der Zensor pinkeln“: Siehe Screenshot links, die Verpixelung kommt von mir, nicht vom General-Anzeiger. Abruf am 7. November 2012 kurz vor Mitternacht. Danke an Thilo fürs Einsenden!
Wer schon immer mal einen richtigen Herrenmenschen im Sinne der Rassenhygiene sehen wollte, der kann das hier tun (Artikel dazu). Via Jaroslaw.
Inwiefern jedoch seine Gesinnung die Arbeitsqualität beim Kaminkehren beeinträchtigt hat und ob es jetzt gesamtwirtschaftlich sinnvoll ist, dass man ihn vom Schornsteinfeger zum Leistungsbezieher macht, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Update: Es wurde eingewandt, dass ich nicht automatisch auf Leistungsbezug schließen dürfe, weil der Verfassungsschutz ihn sicher direkt bei Erscheinen des Artikels angeworben habe. Ich finde die Argumentation schlüssig und entschuldige mich für meinen Denkfehler.
… beschreibt exakt und vollumfänglich sinnerfassend im allerersten Satz ihres Artikels, dass Griechenland ein neues Sparpaket™ vorgelegt hat, und was genau der Zweck der Aktion ist. Das liest sich so, als hätte man den Artikel danach im Grunde beenden können: „Die griechische Regierung hat im Parlament das Sparpaket vorgelegt, mit dem der Weg für weitere Finanzhilfen freigemacht werden soll.“
Sprecht mir also nach, liebe Kinder: „Nicht fürs Leben, nur für die kurzfristige Schulnote lernen wir!“
Udo Vetter schreibt heute einen schönen Beitrag über das Zusammentreffen eines Radfahrers und eines Motorrollerfahrers. Während Vetter – sicher nicht zu Unrecht – besonderes Augenmerk auf Rechtslage und Ermittlungswirrwarr von Polizei und Staatsanwaltschaft legt, will ich die Sache mal in kurzen Stichpunkten zusammenfassen und vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes aus betrachten. Folgendes war passiert:

Wenn eine Gesellschaft irgendwas dringend benötigt, dann Leute, die soviel Zeit haben, dass sie selbst dann Korinthen in Förmchen kacken, wenn gar nichts passiert ist und im Ergebnis Kräfte von Polizei und Justiz binden. Als ganz weltfremden Vorschlag könnte man ja direkt Punkt 1) zum „alternativen Ende“ umformen:
Völlig unrealistisch, ich weiß, denn man ist ja im Recht. Und „Recht“, das ist ja das neudeutsche Wort für “muss ausgeübt werden“. Mein Fehler. Das ist ein bisschen wie mit „Leistung“, das gibt es auch nur im Zusammenhang mit “Leistungen beziehen“.
Hoffentlich bekomme ich den Radfahrer nie als Nachbarn. Falls doch, weise ich darauf hin, dass ich einen Führerschein für 40-Tonner habe und viele unübersichtliche Kreuzungen kenne.
Aus gegebenem Anlass eine Zusatzinfo: Der Autor ist ebenfalls Radfahrer, zieht sich aber die Hose nicht mit der Kneifzange an. Texte können ironische Merkmale enthalten. Siehe auch. (Danke, Mirko)
… verbietet es, irgendetwas gegen den Bart von Tom Hanks zu sagen. Ich wiederhole: Godwin's Law verbietet es, irgendetwas etwas gegen den Bart von Tom Hanks zu sagen.
Heute gibt es zwei herrliche Videos. Beide sind ein paar Minuten lang und enthalten unterhaltsame Vorträge, über deren Wahrheits- und Satiregehalt ihr ja jeweils selbst entscheiden könnt
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Auf dem Science Slam der Universität Mannheim hält ein Wirtschaftsmathematikstudent einen herrlich mathematisch-satirischen Vortrag zum Thema "Frauentheorie". Wenn ihr euch schon immer gefragt habt, warum man eine Frau besser über ein Gitter als über eine Menge definiert, seid ihr hier richtig. So gibt man der Frau nämlich eine algebraische Struktur, was zur Folge hat, dass man auf der Frau danach viele tolle Dinge machen kann (O-Ton). Auch Aussagen zur Rationalität und Beschränktheit werden untersucht. Danke, Nina!
In "Disput Berlin - so geht Streiten" geht einer der Redner in seinem 5-Minuten-Start-Statement auf humorige Weise, jedoch mit stichhaltigen Argumenten, auf die Kirche ein. Streitthema war „Ohne Religion ist die Welt besser dran.“ Danke, Roland!
In diesem Sinne: „Heidenspaß statt Höllenqual!“ und schönes Wochenende weiterhin
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In der letzten Zeit haben sowohl die Zeitschrift „Connect“ als auch „Chip“ einen umfangreichen Mobilfunknetz-Test durchgeführt. Spiegel Online hat beide salopp zusammengefasst (Artikel 1, Artikel 2). Bewertet wurden mittels mobiler Mess-Systeme Faktoren wie die Geschwindigkeit und Beständigkeit des mobilen Datentransfers, aber auch die Stabilität von Telefonverbindungen über verschiedenste Orte hinweg. Was herausgekommen ist, überrascht mich persönlich nicht: Im Chip-Test kann E-Plus „in keiner Teildisziplin mit den beiden großen Netzbetreibern mithalten“ und wird demzufolge abgeschlagen letzter. Die Connect bewertet vor allem die Datendienste als problematisch, sieht E-Plus aber auch auf dem letzten Platz.
Ich telefoniere mit meinem Handy kaum, aber das Urteil bezüglich der Datendienste kann ich sehr gut nachvollziehen, und zwar ortsunabhängig. Egal wo ich bin wird meinem Handy im Edge-Betrieb alle Nase lang suggeriert, es sei mit dem Internet verbunden, was aber schlicht nicht der Fall ist (3G schalte ich nur an, wenn ich mehr Geschwindigkeit brauche). Gleichzeitig kann ich in der U-Bahn durchgehend Mitmenschen, die bei Telekom/Vodafone/O2 sind, beim Nachrichtenlesen zuschauen, während ich selbst keine Verbindung kriege. Da es mittlerweile in Form von Congstar preislich attraktive Telekom-Angebote gibt, habe ich mich entschlossen, bei BASE zu kündigen. Interessant ist jedoch das Verhalten von BASE, wenn man kündigt. Aus Kundensicht fühlt es sich nach einem krampfhaften Verschleppen der Kündigung in Richtung des Fristablaufs an. Eine (bis jetzt) dreimonatige Historie:
Viele erinnern sich an den aussagekräftigen Artikel von Johannes Ponader im Feuilleton der FAZ: Ich gehe: Mein Rücktritt vom Amt. Das Arbeitsamt erdreistete sich keck, Ponaders Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt angesichts seiner Piratentätigkeit zu hinterfragen – Voraussetzung für seine Sozialleistungsbezüge. Ponader sagte sich daraufhin weinerlich vom Arbeitsamt los. Ich liefere nun die Fortsetzung als Fanfiction – im original FAZ-Design. Klickt links auf das Bild.
Es sei nachdrücklich empfohlen, den Screenshot im Originaldesign zu lesen. Wer will, findet je nach Endgerät den Text aber auch noch beim Klick auf „weiter lesen“. Dort ist er dann in Textform, nicht als Screenshot. Als Trostpflaster ist das Youtube-Video dort aber verlinkt.
Update: So, Datei neu hochgeladen, Glaubwürdigkeit verbessert (Danke, Michael Naumann!) und noch ein paar Spitzen eingeführt (achtet auf die Leserkommentare …).
Update2: Ponader ist so gut wie weg. Eine Petition für den Rücktritt Ponaders hat bei den Piraten bis jetzt 18 Stimmen. Wer vor ein paar Tagen Gernot Hassknecht gesehen hat, weiß, dass das ziemlich viel ist.
Am Sonntag war in der FASZ im Kontext der Dissertationsaffäre unserer Bildungsministerin Schavan der launige Kommentar „Mittlere Begabungen“ von Jürgen Kaube zu lesen (online hier, nicht der Artikel selbst, sondern der kleine Block darunter). Der Autor, ein Volkswirt und Soziologe, geht die Geisteswissenschaften frontal an und unterstellt ihnen eine „Überproduktionskrise“. Große Teile der Dissertationen seien im Wesentlichen Paraphrasen anderer Texte – „Großes Fleißkärtchen“. Promotionen seien Verwaltungsvorgänge, jedoch keine im Bereich der Erkenntnis. Besonders vernichtend: „Typischerweise wird gar nicht erst versucht, ein Problem zu lösen, sondern es gilt, Textmassen zu einem Thema herbeizuschaffen.“ Während “mittleren Begabungen mit eisernem Promotionswillen“ in den Naturwissenschaften noch irgendetwas nützliches aufgegeben würde, sähe man ihnen in den Geisteswissenschaften noch dabei zu, wie sie sich übernähmen. Bezogen auf die Causa Schavan suggeriert der Autor, von mir salopp formuliert: „Leute, jetzt mal ohne Flachs, das ist nichts besonderes, die produzieren doch schließlich alle nur solche Scheißegal-Dissertationen.“
Na gut. Kann man so sehen, oder auch nicht. In jedem Fall kann man sich nach der Lektüre aber fragen: „Wie geht denn ein Geisteswissenschafts-Studium“? Dazu zunächst ein Einschub. Ich selbst habe keine Geisteswissenschaft studiert, sondern sehe mich auf der Seite der Naturwissenschaften. Ich sehe mich also gezwungen, mich zu informieren. Zum Glück bin ich mit einem Studierenden befreundet, der noch eine Geisteswissenschaft neben der Informatik her studiert hat – aus reinem Interesse. Darauf angesprochen, wie er/sie das macht, ist die Tonart ähnlich: „Naja, wie soll ich's schon machen. Durchgehend vier bis fünf Tage die Woche Informatik, und ein Tag für <Geisteswissenschaft>“. Beides übrigens mit hervorragendem Erfolg und zügig. Respekt! Einschub Ende, es soll hier ja immerhin auch um die Geisteswissenschafts-Wochen in der FAZ gehen.
Heute lese ich also in der FAZ eine weitere knochenharte Satire über den jungen Philosophie-Geschichts-Erstsemester Christian, den die Autorin Kathrin Klette über die ersten zwei Wochen seines Studiums begleitet haben will.
Die Erzählung fängt vielsagend – und als Persiflage vielversprechend – an. „Mathe und Chemie - das brauchst du doch nie wieder“ – das ist mit das erste, was man von dem 20jährigen Studienbeginner hört, der sich eher in Erkenntnistheorien und Kant wiederfindet, und stolz darauf ist, „Der Kleine Taschenphilosoph“ und „Sophies Welt“ gelesen zu haben (beide im Text erwähnt). Frau Klette weiß den Leser auf wirklich erstklassige Weise zu leiten – also geht es auch gut weiter: