Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und forsche an Algorithmen für dezentral organisierte Systeme. Konkret sind das gerade Schwärme von Robotern. Die Gedankengänge sind aber universell verwendbar: Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Manchmal lenke ich mich vom Forschen ab, indem ich mein Script weiterschreibe oder meine Ameisenkolonie photographiere (auch so ein dezentrales System).
Laut Bundesgerichtshof muss Google nun Autocomplete-Wortkombinationen löschen, sofern sie Persönlichkeitsrechte berühren. Dabei war es für das Gericht nicht von Interesse, dass die Wortkombinationen nicht etwa von Google selbst generiert werden, sondern von den Nutzern – also einfach nur das tatsächliche Nutzersuchverhalten anzeigen. Klagender war in diesem Fall übrigens ein Kosmetikhersteller, Frau Wulffs Anwalt hatte die eigene Klage zwischenzeitlich auf Eis gelegt, um das Ergebnis der Kosmetikerklage abzuwarten.
Also, liebe Leute: Mut zur Selbstständigkeit! Back to the Roots! Ich bin überzeugt, dass wir es alle schaffen werden, „Bettina Wulff Escort“ wieder ganz alleine einzugeben. Früher hat es ja auch geklappt! (Das gilt natürlich nicht für die Suchfunktion meiner Seite hier. Teilzeichenketten wie „Bettina“ in die Suchfunktion einzugeben und zu gucken, was das hier noch nicht verbotene Autocomplete ergibt, ist selbstnatürlich nach wie vor strik-tes-tens verboten.)
Bezüglich des demokratischen Engagements der Bevölkerung angeht, scheint es regionale Gefälle zu geben. So ist das demokratische Engagement der Bevölkerung in anderen Gegenden der Welt offenbar weit ausgeprägter als hierzulande. Während man in Deutschland häufig niedrige Wahlbeteiligungen betrauert, haben Wahlen in Pakistan Traumbeteiligungen von sogar über 100%! Vorbildlich!
Der Fachkräftemangel scheint also derart gravierend zu sein, dass selbst professionelles Wahlfälschungspersonal schwer zu bekommen ist …
Woher ich das weiß? Syrien hat über Nacht eine "Flatrate" im Sinne der Telekom erhalten. In der Folge reduziert es den aufkommenden Datenverkehr erheblich, um nicht bei den von der Telekom angedrohten 384Kbit Bandbreite zu landen, oder aber draufzahlen zu müssen (siehe auch): Das ganze Land ist über Nacht komplett aus dem Netz verschwunden. Spaß beiseite: Syrien hat alle BGP-Routen zurückgezogen. Dieselbe Technik hat das ägyptische Regime Anfang 2011 verwendet, um das eigene Land aus dem Netz zu schießen.
Vielleicht eine Kurzbeschreibung der Technik: Im Internet gibt es Knotenpunkte, die verschiedene Unternetzwerke des Internets (sog. „Autonome Systeme“, das sind eigene große Netzwerke, meist z.B. ganze Netzwerke größerer Provider) miteinander verbinden. Ein solcher Knotenpunkt verbindet mehrere solcher Unternetzwerke und leitet Datenpakete zwischen ihnen hin und her. Diese Knotenpunkte sorgen nicht nur für die netzwerkübergreifenden Verbindungen selbst, sondern auch dafür, dass sie schnell sind. Das funktioniert salopp gesagt, indem ein Knotenpunkt andauernd die Weiterleitungsgeschwindigkeiten der anhängenden Netzwerke misst und, falls zu einer Zieladresse mehrere Wege gegangen werden können, die beste „nächste Station“ auf dem Weg zum Ziel in einer Tabelle vorhält.
Einträge in dieser Tabelle nennen wir BGP-Routen. BGP steht für Border Gateway Protocol, das ist der Name dieser Vermittlungstechnik. Für jede Zieladresse hält so ein Knotenpunkt eine Route vor. Tjoar, und damit wissen wir schon, was da passiert ist: In allen Knotenpunkten, die Syrien mit der Außenwelt verbinden, sind über Nacht alle Tabelleneinträge gelöscht worden. Die Knotenpunkte wissen für keine Zieladresse eine Route aus Syrien heraus, noch herein. Syrien ist offline.
Wie in Ägypten auch heißt es nun: Das Wasser findet einen Weg. Ich bin mal gespannt, wann ein paar findige Techies dennoch stabile Verbindungen nach außen hergestellt kriegen.
Update: Golem hat jetzt auch was.
Update, 7. März abends: Das Wasser hat einen Weg gefunden, die Syrer sind schon zum Teil wieder online, und mit jeder Stunde sieht es besser aus.
Wer in Bonn studiert hat, kennt die Altstadt – sowohl für ihre kleine Kneipenszene, als auch von leidvollen Umzugserfahrungen. Und wer die Altstadt kennt, kennt die Kirschblütenpracht einiger Straßen dort im Frühling. Einige Jahre habe ich jetzt gedacht „das musst du mal in Szene setzen“, und dieses Jahr bin ich endlich mal dazu gekommen. Wir hatten ja auch länger keine Fotos mehr hier. Ich bin zweimal durchgelaufen, einmal gestern mitten in der Nacht, und einmal heute am frühen Nachmittag. Also gibt es jetzt zwei Fotogalerien samt Tips zum nachmachen. Viel Spaß
Wenn man jemandem an eine bestimmte Stelle des Knies klopft, tritt derjenige aus. Das ist eine ganz normale Reflexreaktion. Sie ist unwillkürlich, man kann sich das nicht abtrainieren. Genauso verhält es sich, wenn irgendwo ein Anschlag passiert: Irgendjemand, in diesem Fall Friedrich, wird mehr Videoüberwachung fordern. Denn Überwachen und insbesondere Datensammeln, müsst ihr wissen, hat noch jeden Anschlag verhindert, während die Gefahr von Datenmissbrauch natürlich nicht gegeben ist.
So hatte man denn auch im Bundesverfassungsgericht etwas gegen Friedrichs Auffassung, dessen Präsident Andreas Voßkuhle Friedrich zur Mäßigung aufforderte. Friedrich kontert nun wenig sachlich: „Wenn Verfassungsrichter Politik machen wollen, mögen sie für den Bundestag kandidieren.“
Ich habe einen nicht minder sachlichen Gegenvorschlag: Wenn Friedrich flächendeckend Videodaten produzieren möchte, so möge er doch bitte für ein Amt bei Youporn kandidieren.
Maxis hat fürs aktuelle Sim City ein Update rausgebracht, das den Bürgermeister mit dem Helikopter zur Arbeit fliegen lässt. Ich bin sicher, die Inspiration kam nicht etwa aus Russland.
Abgesehen davon, so cool dieses Spiel auch ist, würde ich es auch weiterhin nicht kaufen. Der Onlinezwang ist nämlich immer noch Teil des Spiels, so dass der zuständige Publisher EA seinen Platz als schlimmstes US-Unternehmen wohl standhaft verteidigen wird. Eine Betrachtung solcher Usergängelung aus evolutionärer Sicht hatten wir ja schon vor einiger Zeit.
Der Rücktritt von Frau von der Leyen scheint unmittelbar bevorzustehen – Bundeskanzlerin Merkel hat ihr gerade ihr Vertrauen ausgesprochen. Die ist zu 110% weg. Da ist wohl wieder eine Gedenkminute für den lieben Heiko von der Leyen angebracht, immerhin ist bald wieder Vatertag.
Nach einem langen Winter habe ich heute die Ameisen wieder reingeholt. Sie haben seit November in einer Styroporbox draußen überwintert. Die Temperatur im Nest ist dabei bis ungefähr an den Gefrierpunkt gegangen. Da der Winter so lang war, hatte ich etwas Angst, dass die Kolonie nicht durchkommt, sie ist ja noch jung – aber sie sind fidel, und auch die Königin rennt im Bau rum. Jetzt ist der Ytong gewässert und Flüssigteflon auf den Terrarienrand aufgetragen. Eine Erstportion Futter (Honig und Proteinkonzentrat) ist auch schon angeboten, noch haben sie es aber nicht entdeckt.
Ich hoffe also, bald mal wieder ein paar Makros produzieren zu können (das Bild stammt noch aus einer Fotoserie vom letzten Jahr)!
Zum Flughafen BER gibt es jetzt keine Termine mehr – es gibt Meta-Termine. Was ist ein Meta-Termin? Ein Meta-Termin für ein Ereignis X ist ein Termin, an dem der Termin für X genannt wird. Also, festhalten, Trommelwirbel: Der Termin für die Fertigstellung des Flughafens BER wird noch 2013 genannt. Sagt Platzeck. Und in derselben Äußerung kündigt er seinen definitiven Rücktritt anverknüpft er den BER-Erfolg mit seiner politischen Karriere. Bei allem Respekt, aber da kann ich nichts Zynisches mehr dazudichten.
Nachdem der Tag nun vergangen ist, möchte ich offiziell aufklären, mich bedanken, und mich auch augenzwinkernd ein bisschen entschuldigen.
Aufzuklären ist natürlich mein heutiger kleiner Aprilscherz. Wer heute die URL http://www.dkriesel.com direkt aufgerufen hat, bekam nur nebenstehende Fehlermeldung zu sehen (aufs Bild klicken). Nur exakt dieser Aufruf war betroffen. RSS-Abrufer haben davon nichts mitbekommen, und sowohl sämtliche Unterseiten wie z.B. diejenige zum Neuroscript als auch sonstige Dienste haben noch funktioniert. Ich würge ja nicht gleich alles für einen Scherz ab.
Mich bedanken, und das hat mich wirklich positiv für die Internetnachbarschaft eingenommen, möchte ich als erstes bei denjenigen, die mir sofort juristisch helfen wollten – in welcher Form auch immer. In solchen Fällen habe ich den Scherz natürlich sofort aufgeklärt. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass ich mich über das Angebot jeweils sehr gefreut habe. Einer der Juristen, die ihre Hilfe angeboten haben, ist beispielsweise – ausgerechnet! – über den Artikel “Wollt ihr wissen, wer eure Kinder prägt?“ zum Stammleser geworden. Schaut auf den Screenshot, genau auf den Artikel war der Aprilscherz bezogen. Da die Welt ja klein ist, kannte er auch noch zwei Richter am LG Köln und war drauf und dran, dort anzurufen und zu fragen, wer den Mist eigentlich angeordnet hat. Wieder was dazugelernt: Gerichte haben eine Art Notrufnummer.
Danke nochmal!
Danke ausdrücklich auch an diejenigen, die den Scherz durchaus erkannt haben, aber sowohl den anderen Lesern ihren Spaß am Selbst-Entdecken, als auch mir den Spaß am Aprilscherz lassen wollten. Diese Leute erkennt man daran, dass sie folgerichtig nicht in Facebook sofort irgendwas wie „hööhöhö hö Aprilscherz, ich habs kapiert!!11eins“ geschrieben haben.
Ich habe mich über jeden witzigen Kommentar via Mail, ICQ und Facebook gefreut.
Entschuldigen möchte ich mich nun bei denjenigen, die den Scherz als solchen erkannt haben, gleichzeitig jedoch den konkreten Vorgang der Hellsichtigkeit und spontanen Erleuchtung verzögerungsfrei einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln wollten. Die wurden nämlich knallhart wegzensiert. Mann, Mann. Wer hier ein bisschen mitliest, weiß, dass das sonst nicht meine Art ist und darum entschuldige ich mich dafür. In diesem Sinne: Sorry – kann aber bei Aprilscherzen jederzeit wieder vorkommen.