Schwarmverhalten, Neuroinformatik, Photos, Gedanken. Und Ameisen in einem Terrarium.

Was es hier nicht gibt, sind Popups, Dialer, Gebührenabzocke, Briefkastenfirmen, nicht einmal Werbung. Kein Anmeldezwang, kein Kommentierzwang, Ihr müsst auch keinen Kontakt zu anderen aufnehmen. Ihr seid endlich mal allein. Genießt die Zeit und stöbert etwas herum.




Bundespolizeihack-Admin in Streifendienst versetzt?

Es scheint jetzt rausgekommen zu sein, wohin der hochbegabte Polizeiadmin-Spezialexperte vom gehackten Bundespolizeiserver versetzt wurde: Polizei macht Hausdurchsuchung, erkennt den iMac nicht, und gibt im Protokoll an, dass man aufgrund des fehlenden Computers davon abgesehen hat, Monitor und Tastatur alleine mitzunehmen.

Manchmal weiss man echt nicht, ob man lachen oder weinen soll. Danke an gleich mehrere Leute, die mir das gemailt haben :-)

Facebook als Evolutionsmechanismus

Facebook führt die neue Oberfläche „Timeline“ ein, die Empörung ist groß. Man redet vom Zwang seitens Facebook, es würden „vor allem Facebooks Werbekunden profitieren“, Umfragen werden gestartet, unser Bundesdatenschutzbeauftragter sieht gar den Rubikon die rote Linie überschritten.

Ich kann diese Aufregung nicht mal am Rande nachvollziehen. Ich wiederhole den meines Erachtens wichtigsten Aspekt: Die Timeline entsteht anhand der Daten, die man eingibt. Es ist nicht so, dass Facebook irgendeinen Trojaner auf allen Rechnern installiert, der peinliche Fotos, Bewerbungen und Mails absaugt und daraus nach Zeit geordnet eine Timeline bastelt.

Nein, Facebook arbeitet primär mit dem, was Nutzer freiwillig beitragen. Wer durch Facebook einen Nachteil erleidet, tut das in aller Regel durch private Daten, die er Facebook selbst zur Nutzung übergeben hat. Einem Wirtschaftsunternehmen, mit dem er ansonsten keinerlei Geschäftsbeziehung hat, bei dem er kein Kunde ist, dem er nicht einmal etwas bezahlt! Facebook verdient Geld mit Datensammeln. Wir geben Facebook diese Daten. Die Daten werden ganz nett aufbereitet als Motivation, noch mehr Daten einzugeben. Bestimmungsort der Daten sind aber Facebooks Kunden, und damit insbesondere auch Werbeträger. So ist das Geschäftsmodell.

Facebooknutzer, die relevante, vertrauliche Daten dort eingeben, erinnern mich an Schweine im Mastbetrieb.
Schwein 1: „Mann, ist das nicht toll? Wir müssen keine Miete für die Scheune zahlen!“
Schwein 2: „Jaaaa, der Hammer, selbst das Futter kostet uns nichts!“ (Credits).

Facebooknutzer zahlen nicht. Wer nicht zahlt, ist nicht Kunde, sondern Produkt. Jeder hat das gute Recht, sich dazu zu machen. Aber wenn derjenige dann Nachteile dadurch erleidet, dass irgendein Personaler die Fotos des letzten feuchtfröhlichen Abends bei Facebook sieht (und sei es nur durch einen technischen Fehler, so etwas ist nie unmöglich), ist das in meinen Augen nicht der Empörung wert. Derjenige hat doch öffentlich bewiesen, dass er nach 15 Jahren Internetkommunikation immer noch nicht die Grundlagen verstanden hat. Wer hätte denn damit auch rechnen können, dass er folglich bei der nächsten Restrukturierungsmaßnahme™ besonders berücksichtigt wird (Credits für diesen wunderschönen Begriff gehen an das Dirndl, dass ich hiermit herzlich grüße :-) ).

Im Ernst: Soziale Netzwerke und das Internet als solches gehören nicht zur Privatsphäre. Wer einer fremden Firma Informationen hochlädt, die er nicht auch in jeder Tageszeitung über sich lesen wollen würde, muss sich nicht wundern, wenn die auch gewinnbringend genutzt werden, oder auch an Institutionen weitergegeben, die er nicht mag. Also lasst es. Vielleicht nicht das Hochladen, aber das Wundern. Und wenn ihr es doch tut, beschwert euch wenigstens nicht.

Ich selbst bin übrigens keineswegs ein glühender Facebook-Missionar. Ich nutze es ganz gerne, aber gebe eben auch nichts wichtiges dort ein.

Pacman ist NP-Hart, Prince of Persia ist PSPACE-Complete

Giovanni Viglietta von der Universität of Pisa hat sich damit beschäftigt, wie Computerspiele in Komplexitätsklassen eingeordnet werden können. Er hat sich in seinem Paper auf Arxiv nicht nur einzelnen Spielen gewidmet, sondern ein paar grundlegende Theoreme bewiesen, die er dann auf eine Vielzahl von Spielen anwenden konnte.

Das schöne an dem Paper ist, dass heutige Spiele meist mit eigenen Programmiersprachen gescripted sind, die das Design von unentscheidbaren Problemen sofort ermöglichen. Das macht die heutige Spielwelt für die theoretische Analyse eher uninteressant, so dass sich das Paper den ganzen schönen Oldschool-Krachern widmet, die wir auch teilweise vom Amiga oder dem C64 noch kennen :-) Pacman und Prince of Persia habe ich ja schon erwähnt, aber auch Boulder Dash, Doom, Lemmings und viele Klassiker mehr sind mit von der Partie. Und als besonderes Feature gibt es auch: StarCraft. Herrlich!

Näheres zur Megauploads-Anklageschrift

Offenbar war Megauploads das Mitarbeiterklima wichtig: “Hohe Angestellte bei Megaupload hatten Zugang zu einer ungefilterten Suchmaschine des gesamten Inhalts“. Da sind noch einige andere witzige Sachen drin, ich empfehle jedem, das mal zur Entspannung zu lesen.

Ich musste jedenfalls laut loslachen als ich gehört habe, dass sie Kimble aus seinem Panikraum herausschneiden mussten, weil er sich aus seiner Villa nicht herausverhaften lassen wollte. Genau so stelle ich mir das Verhalten unseres Bundesschnäppchenjägers in Schloss Bellevue bildlich vor. Ich empfehle dem Sicherheitsdienst dort schon jetzt, für den Fall von Wulffs Rücktritt Hintertüren und Generalpasswörter in eventuell vorhandene Panikräume einzubauen :-)

Baby heißt "Admin", wird für immer Probleme mit Benutzernamen haben

Außerdem freue ich mich mit Justin-Celvin und der reizenden Damien-Price über die Geburt ihres neuen Schwesterchens, Leesha-Payton! Vielsagend auch der kleine Junge, der vor seiner Kindergärtnerin darauf besteht, den Namen “Pirschelbär“ zu tragen. Ein Anruf bei den Eltern bringt dann Klärung: Der Kleine heisst „Pierre-Gilbert“.

Diese und weitere schöne Namen gibt es auf der Seite “Chantalismus“ – Vorsicht, starker Tobak (Danke, Fee). Oh, und hier noch der Link zum Admin :-)

Neues zum Bundespolizei-Hack

Erinnert ihr euch noch an den Bundespolizeihack, dessen Chronologie ich hier vor einiger Zeit beschrieben habe? Kurzzusammenfassung von damals: Zentraler Server der Bundespolizei war aus mangelndem Fachwissen heraus so gut wie ungesichert (XAMPP), Einbruch in den Server erfolgte, Einbruch wurde jahrelang nicht entdeckt und zum Schluss sprach sich der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft auch noch dafür aus, doch im Netz mal offensiver zu werden. In der Folge des Angriffs verteilte der kompromittierte Server verseuchte Software an andere Dienststellen und auch das Zielverfolgungssystem der Bundespolizei musste zeitweise abgestellt werden.

Für alle, die sich bis hier noch nicht genug fremdschämen, berichten mehrere Medien übereinstimmend, dass – neben dem ohnehin vorhandenen Mangel an Fachkenntnis – ein hoher Polizeibeamter maßgeblich zum "Erfolg" des Hacks beigetragen hat. Der hat nämlich den Rechner seiner Tochter mit einem Trojaner verseucht, um sie kontrollieren zu können (alleine das ist rechtlich zumindest schon mal fragwürdig). Ein technisch versierter Freund der Tochter hat den Trojaner bemerkt und ist dann als Retourkutsche in den Rechner des Polizisten eingedrungen. Dort habe er Polizei-interne, vom Polizisten an seine private Mailbox weitergeleitete Mails gefunden, die den Weg zum später gehackten Server geebnet haben sollen.

Da der genannte Server laut Spiegel allerdings gleich mehrfach gehackt wurde, bleibt noch unklar, zu welchem Hack die Hochbegabung des Polizeibeamten jetzt genau beigetragen hat :-). Weitere Links: Spiegel, Süddeutsche, Gulli.com.

Ob das Benutzerpasswort des Rechners des Polizisten C3PO-r2d2-POE war, ist nicht bekannt.

"Phobos-Grunt könnte abgeschossen worden sein"

Wie ihr ja bestimmt mitbekommen habt, hat uns die russische Raumfahrtagentur gestern (mal wieder) eine sauteure Sternschnuppe geschenkt. Nachdem man für die Sonde selbst nichts mehr tun konnte, geht es in der Diskussion darüber nun primär um die Schuldfrage. Dabei kommen laut New York Times amüsante Sachen raus wie „Speculating last week about possible causes of the latest failure, the director of the Russian space agency said that Phobos-Grunt might have been hit by an antisatellite weapon from an unspecified source while over the Western Hemisphere and out of direct observation from Russia“ oder auch „Western scientists have dismissed as improbable the speculation by a retired Russian general that a powerful radar antenna in Alaska, intended to study the ionosphere, had zapped the Mars probe“. (Danke, Sebastian)

Ich spare mir jetzt, dazu einen Southpark-Dialog herauszusuchen und spekuliere auf fiese, gemeine Aliens, die die Sonde wegen ihrer Hautfarbe attackiert haben. ;-)

Colbert nimmt an den Vorwahlen in South Carolina teil :-)

Das kann nur gut werden! Falls jemand nicht weiss, wer Colbert ist, möge er sich das hier eingebette Video ansehen (klickt auf „weiter lesen“) oder seinen Wikiartikel.

Wirklich genial :-)

Neue Seite, neuer Server

Sooo, nachdem die alte Seite mit der Zeit immer langsamer wurde (zu Stoßzeiten 9 Sekunden pro Request, gerade wenn viele Leute gleichzeitig das Script laden) und es auch ein paar andere Probleme gab (kaputte Blogengine, die manchmal das Startseitenlayout zerhackt hat) gibt es jetzt dreifach Abhilfe:

Software-Generalüberholung. Neue Blogengine BlogTNG, also wird die Startseite nicht mehr zerhackt, leider haben sich dadurch die Feed-URLs geändert (die neuen sind in der Seite schon embedded). Mit den neuen RSS-Streams kann es in den ersten Tagen noch ein paar Bugs geben, sorry for that.

Generalüberholung von Design und Layout. Seite (gerade die Startseite) ist jetzt insgesamt aufgeräumter, es gibt ein paar neue Navigationselemente zum besseren durchfinden, das Seitendesign wurde fast komplett neugemacht.

Neue Hardware. Nach Rücksprache mit meinem Provider habe ich jetzt einen schönen dedicated Server mit zwei Kernen – da könnt ihr jetzt ruhigen Gewissens Load produzieren :-)

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