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SpiegelMining. Auch Spiegelredakteure feiern Weihnachten. Eine Analyse von 70.000 SpiegelOnline-Artikeln

Seit Mitte 2014 habe ich mehr als 70.000 Artikel von SpiegelOnline systematisch gespeichert. Jeden Tag kommen im Schnitt 100 dazu. Diese Artikelmasse werden wir in der nächsten Zeit auswerten und erforschen. Was herauskommt, ist eine tiefgreifende Analyse des Publikationsverhaltens des vielleicht größten Meinungsmachers Deutschlands.

Ich werde über die nächste Zeit in einer losen Blogartikel-Serie unter dem Namen SpiegelMining etwas greifbarer machen, wie SpiegelOnline funktioniert. Geplant ist ein SpiegelMining-Artikel alle zwei bis drei Wochen, bitte seid mir aber nicht böse, wenn das leicht variiert. Vielleicht finden wir sogar ein paar Sachen heraus, bei denen auch die Kollegen von SpiegelOnline zugeben müssen: „krass, das war nicht mal uns selbst so klar“. Zusätzlich werde ich verschiedene Methoden des Daten-Auswertens anhand des SpiegelOnline-Datensatzes plausibel, anschaulich und interessant machen – und zwar auch für Nicht-Informatiker.

Bei einigen der Auswertungen wird vielleicht „nur“ das rauskommen, was man sich schon vorher denken konnte. Bei anderen werden wir überraschende Ergebnisse erhalten. Und manchmal entdeckt man auch Systematiken da, wo man vielleicht überhaupt keine erwartet hat – ein Beispiel dafür findet sich schon in diesem Blogartikel.

Folien zu meinem Vortrag "DataScience im öffentlichen Nahverkehr"

Hier gibt es den Foliensatz (PDF, ca. 800kb) meines Vortrages im Bonner DataScience-Meetup. Leider ist er um ein paar Bilder ärmer, da ich die Veröffentlichtungsrechte für ein paar der Bilder bis jetzt nicht zugesprochen bekommen habe. Das ist normal nicht meine Art, unvollständige Folien online zu stellen, aber kann ja nicht immer alles klappen.

Nochmal danke für die rege Teilnahme am Vortrag, gerne wieder! 8-)

Xerox-Saga in den Top Ten der "Initiative Nachrichtenaufklärung"

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) ist ein Zusammenschluss von Medienwissenschaftlern und Journalisten, der die Öffentlichkeit auf Themen und Nachrichten aufmerksam machen will, die für einen Großteil der Bevölkerung bedeutend sind, aber trotz ihrer Bedeutung von den deutschen Massenmedien insgesamt vernachlässigt werden (Nominierungskriterien).

Jedes Jahr veröffentlicht die INA zehn solcher Themen, die „Top 10“. Die Xerox-Saga ist heute in die „Top 10“ des Jahres 2016 aufgenommen worden.

Ich freue mich sehr darüber! Danke!

Interessant an der ganzen Sache war nämlich wirklich, dass damals – für mich gefühlt – 99% der ganzen Presseresonanz aus dem Ausland kamen, insbesondere aus dem amerikanischen Raum (löbliche Ausnahmen: SpiegelOnline, Heise und noch einige wenige andere). Verteidigend muss man allerdings anmerken, dass zum gleichen Zeitpunkt die NSA-Affäre hochkochte.

Beim Deutschlandfunk gibt es schon eine Webseite, auf der die Themen kurz vorgestellt werden, die aber insgesamt nicht sooo materialbehaftet ist. Sobald Inhalte dazu auf den Webseiten der INA erscheinen, liefere ich diese nach.

Update: Hier nun der Bericht der INA zur Xerox-Saga und hier auch die gesamten Top 10.

Das Leben ist nicht wie Schach. Es ist wie Tetris.

Ich habe neulich einen hervorragenden Artikel von Tor Bair gelesen, in dem beschrieben wird, dass das Leben – anders als viele denken – erstaunlich wenig mit einem Schachspiel gemeinsam hat (und doch von einigen ähnlich angegangen wird).

Viel, viel mehr gemeinsam hat es mit – Tetris! Die Gründe sind sehr einleuchtend. Ich versuche mich hier mal an einer Zusammenfassung, auch als persönliche Notiz.

  • Das Schachspiel ist zu 100% auf einen Gegner ausgerichtet. In Tetris spielt man – wie im Leben – nur gegen die Zeit und versucht, einen zufälligen Strom von Eingaben in irgendeine sinnvolle Ordnung zu bringen. Es gibt jede Menge zufälliges Rauschen, zufällig guten und schlechten Input. Der einzige Gegner ist man selbst.
  • Im Schachspiel kontrollieren die beiden Spieler das Spielfeld, also die Lebenswelt, komplett. Wenn ein Spieler beispielsweise ein Supercomputer ist, kann der 20 Züge in die Zukunft schauen und auch versuchen, diese zu beeinflussen. In Tetris kann man einen Stein weit in die Zukunft schauen, das wars. Genau wie im Leben sind Ereignisse bei Tetris einfach eine Wahrscheinlichkeitssache. Im Leben passieren Zufälle, die man eigentlich als komplett unwahrscheinlich angesehen hätte. Das ist im Schachspiel nicht so. In Tetris hat man, wiederum sehr lebensnah, auch keine Zeit für utopisch weite Vorhersagehorizonte, weil man dabei ist, den gerade fallenden Stein unter Zeitdruck in die erschaffene Ordnung einzubringen.
  • Schach wird kontinuierlich schwerer. Man steigt auf, kriegt schwerere Gegner, die Figuren werden komplexer. In Tetris bleiben die Aufgaben mit fortschreitender Zeit nicht komplexer – Tetris wird nur schneller.
  • Anders als beim Schachspiel kriegt man bei Tetris, ganz wie im Leben, nicht immer gesagt, wenn man irgendwas gewonnen hat. Es geht einfach weiter. Also; Hin und wieder mal zurückgucken und feststellen, was man alles gewonnen hat. :-)

Hier ist der Originalartikel.