Naturwissenschaft, Informatik, Realsatire, Photos. Und Ameisen in einem Terrarium.

Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und forsche an Algorithmen für dezentral organisierte Systeme. Konkret sind das gerade Schwärme von Robotern. Die Gedankengänge sind aber universell verwendbar: Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Manchmal lenke ich mich vom Forschen ab, indem ich mein Script weiterschreibe oder meine Ameisenkolonie photographiere (auch so ein dezentrales System).




Ministerin von der Leyen tritt zurück

Der Rücktritt von Frau von der Leyen scheint unmittelbar bevorzustehen – Bundeskanzlerin Merkel hat ihr gerade ihr Vertrauen ausgesprochen. Die ist zu 110% weg. Da ist wohl wieder eine Gedenkminute für den lieben Heiko von der Leyen angebracht, immerhin ist bald wieder Vatertag. 8-)

Ameisen wachen wieder auf

Nach einem langen Winter habe ich heute die Ameisen wieder reingeholt. Sie haben seit November in einer Styroporbox draußen überwintert. Die Temperatur im Nest ist dabei bis ungefähr an den Gefrierpunkt gegangen. Da der Winter so lang war, hatte ich etwas Angst, dass die Kolonie nicht durchkommt, sie ist ja noch jung – aber sie sind fidel, und auch die Königin rennt im Bau rum. Jetzt ist der Ytong gewässert und Flüssigteflon auf den Terrarienrand aufgetragen. Eine Erstportion Futter (Honig und Proteinkonzentrat) ist auch schon angeboten, noch haben sie es aber nicht entdeckt.

Ich hoffe also, bald mal wieder ein paar Makros produzieren zu können (das Bild stammt noch aus einer Fotoserie vom letzten Jahr)!

Meta-Termine

Zum Flughafen BER gibt es jetzt keine Termine mehr – es gibt Meta-Termine. Was ist ein Meta-Termin? Ein Meta-Termin für ein Ereignis X ist ein Termin, an dem der Termin für X genannt wird. Also, festhalten, Trommelwirbel: Der Termin für die Fertigstellung des Flughafens BER wird noch 2013 genannt. Sagt Platzeck. Und in derselben Äußerung kündigt er seinen definitiven Rücktritt anverknüpft er den BER-Erfolg mit seiner politischen Karriere. Bei allem Respekt, aber da kann ich nichts Zynisches mehr dazudichten. :-)

April, April :-)

Nachdem der Tag nun vergangen ist, möchte ich offiziell aufklären, mich bedanken, und mich auch augenzwinkernd ein bisschen entschuldigen.

Aufzuklären ist natürlich mein heutiger kleiner Aprilscherz. Wer heute die URL http://www.dkriesel.com direkt aufgerufen hat, bekam nur nebenstehende Fehlermeldung zu sehen (aufs Bild klicken). Nur exakt dieser Aufruf war betroffen. RSS-Abrufer haben davon nichts mitbekommen, und sowohl sämtliche Unterseiten wie z.B. diejenige zum Neuroscript als auch sonstige Dienste haben noch funktioniert. Ich würge ja nicht gleich alles für einen Scherz ab.

Mich bedanken, und das hat mich wirklich positiv für die Internetnachbarschaft eingenommen, möchte ich als erstes bei denjenigen, die mir sofort juristisch helfen wollten – in welcher Form auch immer. In solchen Fällen habe ich den Scherz natürlich sofort aufgeklärt. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass ich mich über das Angebot jeweils sehr gefreut habe. Einer der Juristen, die ihre Hilfe angeboten haben, ist beispielsweise – ausgerechnet! – über den Artikel “Wollt ihr wissen, wer eure Kinder prägt?“ zum Stammleser geworden. Schaut auf den Screenshot, genau auf den Artikel war der Aprilscherz bezogen. Da die Welt ja klein ist, kannte er auch noch zwei Richter am LG Köln und war drauf und dran, dort anzurufen und zu fragen, wer den Mist eigentlich angeordnet hat. Wieder was dazugelernt: Gerichte haben eine Art Notrufnummer. LOL Danke nochmal!

Danke ausdrücklich auch an diejenigen, die den Scherz durchaus erkannt haben, aber sowohl den anderen Lesern ihren Spaß am Selbst-Entdecken, als auch mir den Spaß am Aprilscherz lassen wollten. Diese Leute erkennt man daran, dass sie folgerichtig nicht in Facebook sofort irgendwas wie „hööhöhö hö Aprilscherz, ich habs kapiert!!11eins“ geschrieben haben. :-P Ich habe mich über jeden witzigen Kommentar via Mail, ICQ und Facebook gefreut.

Entschuldigen möchte ich mich nun bei denjenigen, die den Scherz als solchen erkannt haben, gleichzeitig jedoch den konkreten Vorgang der Hellsichtigkeit und spontanen Erleuchtung verzögerungsfrei einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln wollten. Die wurden nämlich knallhart wegzensiert. Mann, Mann. Wer hier ein bisschen mitliest, weiß, dass das sonst nicht meine Art ist und darum entschuldige ich mich dafür. In diesem Sinne: Sorry – kann aber bei Aprilscherzen jederzeit wieder vorkommen. 8-)

Gehässigkeiten_innen

Am ersten April (ausgerechnet!) tritt die neue, dem Zeitgeist entsprechend voll durchgegenderte Straßenverkehrsordnung in Kraft (Danke, Matthias und Sebastian). Knochentrocken hierzu die Pressemitteilung des Automobilclubs ACE:Verkehrsminister Peter Ramsauer habe wohl „kurzerhand einen Studienabbrecher im Fach Germanistik“ zur Ausformulierung der StVO engagiert, mutmaßt Volker Lempp, Leiter Verkehrsrecht beim ACE, in einer Pressemitteilung.“ Volle Zustimmung, Herr Lempp! Ich glaube allerdings nicht, dass es ein Studienabbrecher war. 8-)

Als „Manifest zur Gleichbehandlung der Geschlechter“ betitelt der ACE spöttisch die neuverfasste Verkehrsordnung. Ramsauer, so heißt es weiter, sei dabei nicht mal richtig konsequent gewesen: Immer noch ist in den Paragrafen stur von „Polizeibeamten“ die Rede - ein Affront gegen alle Polizistinnen.“ – PRAHAHAHAHAHAHAHAHAHHA LOL. Schlimm finde ich ja auch die Inkonsequenz bei technischen Bezeichnungen. Was sollen die Kraftrad_innen sagen?

Auch beim Unispiegel fliegen die von Herrn Lempp so gefürchteten GeistesMedienwissenschaftler heute wieder tief. In diesem Artikel weisen „strenge Logarithmen“ LOL den Universitätsdozenten Räume zu (Danke, Thilo). Dazu kann ich eigentlich nix sagen, habe in meinen Vorlesungen immer nur die liebreizenden Logarithmen behandelt. Den strengen bin ich ganz gleichmäßig stetig aus dem Weg gegangen, um keinen auf den Lipschitz zu kriegen.

Update: Och süß, jetzt haben sie die strengen Logarithmen kommentarlos entfernt und durch Algorithmen ersetzt (Danke, Matthias). Naaaa, aber dem kann abgeholfen werden: Zum Glück finden sie sich noch im Originalartikel. Gnihihi. Mal sehen, wie lange noch. :-)

Gleichgeschlechtliche Comichelden

N-tv beschreibt, dass homosexuelle Comichelden plötzlich in sind progressiv wirken, etwas total neues und revolutionäres sind, und die Gesellschaft weiterbringen. Der Bericht findet im Kontext der Beratung des Obersten US-Gerichts zur Gleichstellung der Homo-Ehen statt. Der Sinn einer jeden Gleichstellung ist, dass die gleichzustellenden Sachen irgendwann so selbstverständlich als gleichwertig oder wenigstens als ähnlich angesehen werden, dass man gar nicht mehr darüber sprechen braucht.

Man scheint zu denken, dass genau das nicht der Fall ist, wie man daran sieht, dass es den Bericht gibt. Vielleicht ist man in der Angelegenheit aber schon lange weiter, als allgemein angenommen. Zumindest hat man sich – ob gewollt oder nicht – schon vor längerer Zeit eine Generation herangezogen, zu der auch ich gehöre. Diese braucht eine solche Diskussion gar nicht mehr führen. Ich will das nicht als Toleranz bezeichnen, weil das beinhalten würde, dass man etwas gnädigerweise akzeptiert, obwohl man nicht bräuchte. Ironischerweise sind genau Comics aber ein Aspekt, mit dem diese Generation herangezogen wurde. Was gab es da zu Anfang der 90er in meinem Bücherregal? Um nur ein paar zu nennen:

  • Asterix und Obelix (die einzigen beiden in ihrem Dorf die keine Frau haben, und – oh Skandal! – sie wohnen sogar im selben Haus, wie aus einem der späteren Hefte hervorgeht)
  • Micky und Goofy (auch im Disney-Universum sind Ehen durchaus bekannt, dennoch haben wir auch hier wieder ein unzertrennliches Männerteam, das je nach Heft auch zusammenwohnt oder nicht – ja, in manchen Geschichten gibt es Minni Maus, dennoch)
  • Donald Duck, Dagobert Duck (es gibt Daisy, die kommt aber selten vor) sowie
  • die drei Knaben Tick, Trick und Track (bedenkt man deren Alter, könnten das glatt katholische oder reformpädagogisch wertvolle Comics sein, bwahaha) 8-)

Wortneuschöpfung

Nachdem die Titanic mit der Abt-Reibung vorgelegt hat, möchte ich auch einmal ein neues Verb zur deutschen Sprache beitragen:

Reformpädagogisieren.

Der goldene Himmelreich-Award am Bande ...

… in der Rubrik „wie schießen wir uns für Aufmerksamkeit selbst ins Knie“ geht an die Entwicklerin Adria Richards. Herzlichen Glückwunsch!

Sie hat auf der Pycon von ein paar Entwicklern einen sexistischen Witz gehört. Dann ist sie nicht etwa hingegangen und hat sich das verbeten, wie man das als selbstbewusster Mensch macht, neinnein, wo denken wir hin. Sie hat die beiden photographiert und samt ihrem Witz auf Twitter angeprangert. Einer der beiden sei nun den Job los, schreibt Heise. Dummerweise hat es nicht lange gedauert, bis herauskam, dass auch Frau Richards selbst gerne mal sexistisch tweetet. Peinlich, peinlich.

Aber ich will euch kein Aufregungshormon verpassen, ohne es auch wieder abzubauen. Die Kollegen von ihrem (Ex-)Arbeitgeber Sendgrid arbeiten ein bisschen effizienter als der Stern. Es mag also den ein oder anderen versöhnlich stimmen, dass Frau Richards ihrerseits im Rahmen der Affäre ihren Job verloren hat (oder wenigstens im direkten zeitlichen Zusammenhang).

P.S.: Ich möchte euch an dieser Stelle noch einmal Python ans Herz legen. Wie elegant und schön zu lernen eine Programmiersprache ist, sieht man ja insbesondere daran, wer sie benutzen kann. 8-)

P.P.S.: Bin wieder da, wie man sieht. (Auch hierfür verschwende ich nicht extra einen eigenen Post) ;-)

Update: Und schon gibt es den ersten coolen Kommentar, vielen Dank, Martin. Ich empfehle jedem, auf den Link im Kommentar zu klicken. Das ist das Originalstatement eines der gefeuerten Entwickler (oder scheint es zu sein). Auch die Kommentare sind vielsagend.

Update2: Siehe auch hier. Danke, Sebastian. Das war vor dem Jobverlust bei SendGrid. Was ein Kindergarten. ;-)

Update3: So, gerade noch reingekommen (Danke, Bernd): SendGrid äußert sich nach der ersten relativ nichtssagenden "du bist gefeuert"-Message zu den Gründen. Und zwar mehr als deutlich. Konkret wird darauf eingegangen, dass es die auf unnötige Weise denunzierende und aufmerksamkeitsheischende Art und Weise ihrer Berichterstattung war, die dazu geführt hat. Gut so.

Update4: Und hier noch mal ein bisschen persönliches Material über Frau Richards. Kann alles wahr sein oder nicht, passt aber sehr plausibel ins Bild der aufmerksamkeitssuchenden Drama Queen. Good Riddance, SendGrid. (Danke, Seppl und Wilhelm!)

US-Amerikanischer Bierkonzern

… wird angeklagt. Warum? Weil das Bier zu dünn ist! No shit, das merken die jetzt? :-) Ich dachte immer, gerade die Sorten von Anheuser-Busch (u.a. Bud) wären ein riesiges, womöglich von der DARPA gefördertes Wissenschaftsprojekt mit dem erklärten Ziel, Wasser noch weiter zu verdünnen.

Was die Verwässerung des Bieres angeht, scheint es übrigens ein regionales Gefälle zu geben: In Deutschland ist der Eigentümerkonzern Inbev u.a. mit der Marke Beck's vertreten. Entgegen vieler Unkenrufe muss ich aber mal eine Lanze brechen: Sehr wohl gibt es trinkbares Bier in den Vereinigten Staaten, man muss sich nur an die kleinen Lokalbrauereien halten.

Allgemein: Hier ist im Moment weniger los als sonst, ja. Ein paar Leute haben sich sogar schon wohlwollend „beschwert“, worüber ich mich sehr gefreut habe. Das liegt an konkreten privaten und beruflichen Gründen und ich denke, dass wir hier Ende März / Anfang April wieder zu alter Form auflaufen. Ich wollte für das unterbringen dieser Message nur nicht euer RSS mit einem Extra-Spam belegen. :-)

"Viele junge Jecken waren betrunken"

Leute, leute leute … wenn der Kölner Stadtanzeiger investigativ recherchiert, kommt wirklich ALLES raus!

Respekt! :-) (Danke, Fee!)

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