Informatik, Realsatire, Photos. Und Ameisen in einem Terrarium.

Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und mich faszinieren dezentral organisierte Systeme. Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Ich arbeite als Systemingenieur bei der IVU Traffic Technologies AG in Aachen.



Im luftleeren Raum

Vergleichsweise selten finden wissenschaftliche Veröffentlichungen den Weg in die Massenmedien. Eine der Veröffentlichungen, die es in der letzten Zeit geschafft haben, ist ein Paper der Princeton University. Für Nicht-Nerds kurzgefasst: Hier wird der Niedergang von MySpace in eine zeitliche Relation zu Google-Anfragen nach „MySpace“ gesetzt (Daten zu solchen Suchanfragen kann man von Google erhalten). Im weiteren Verlauf des Artikels wird dieser MySpace-Suchanfragendatensatz mit dem analogen Datensatz zu Facebook verglichen. Die Wissenschaftler kommen so zu dem Schluss, dass Facebook in den nächsten drei Jahren um die 80% seiner aktiven Nutzerschaft verlieren werde. (Golem hat auch was.)

Ich würde darüber nichts schreiben, würde es dazu nicht eine frische, launige Antwort des Facebook-Datenanalysten Mike Develin geben. Es versteht sich von selbst, dass ein Datenanalyst, der bei einer der Haupt-Datenkraken unserer Zeit arbeitet, in seinem Fach nicht völlig unbewandert sein dürfte. Direkt im ersten Absatz müssen sich die Wissenschaftler aus Princeton die Frage gefallen lassen, warum sie zwar einen Google-Suchdatensatz als Bewertungsgrundlage anerkennen, die ebenfalls veröffentlichten Facebook-Originalzugriffstatistiken jedoch überhaupt nicht zu Rate ziehen. „Of particular interest was the innovative use of Google search data to predict engagement trends, instead of studying the actual engagement trends.“ Der ganze Artikel ist derart sarkastisch geschrieben, auf jeden Fall lesenswert. :-)

Develin geht aber noch einen Schritt weiter.

Hätt' ich jemandes Mailadresse gehackt ...

Wie heute durch die Massenmedien geht, wurden 16 Millionen Mailadressen gekapert (siehe auch). In der Folge hat das BSI eine spezielle Internetseite eingerichtet, auf der man seine Mailadresse in ein Formular eingeben kann. Ist die Mailadresse gekapert, so bekommt man ans gekaperte Mailpostfach eine Mail. Ist die Mailadresse nicht gekapert, erhält man – nichts.

Preisfrage: Ein Bösewicht kapert 16 Millionen Mailadressen, die zum Großteil mit dem fortschrittlichen IMAP-Protokoll ansprechbar sein dürften. Da er ja nun die Kontrolle über die Mailbox hat, könnte er eine dorthin geschickte Mail des BSI z.B. relativ verzögerungsfrei löschen oder das BSI präventiv auf die Spamlist setzen (cooler Einfall von Michael, danke). Dann sieht es für den betroffenen Benutzer so aus, als … na? … wäre sein Postfach nicht gekapert. Denn wenn es nicht gekapert ist, erhält man nach Eingabe seiner Mailadresse ins BSI-Prüfformular ja keine eMail vom BSI! m(

Es kommt aber noch besser.

Spielerei zum Regex-Üben

Unter http://regex.alf.nu/ könnt ihr spielerisch eure Regex-Übung verbessern. In jedem Level des Spiels ersinnt man reguläre Ausdrücke, die eine gegebene Menge Worte matchen sollen, während Worte einer zweiten Menge nicht gematcht werden dürfen. Sehr cool, und mit fortschreitenden Leveln gar nicht mehr so einfach. 8-) (Danke, Thilo!)

Gastvorlesung an der Uni Jena - jetzt mit Vortragsfolien!

Eine der schönsten Sachen auf dieser Seite letztes Jahr war zweifellos die Story über die dokumentverfälschenden Xerox-Kopierer. Das ganze ging weltweit durch die Massenmedien. Interessant war, dass der Ball ein paarmal zwischen Xerox und mir hin und her ging, bis die Sache dann einvernehmlich einer Lösung zugeführt werden konnte – siehe auch die Zeitleiste im Originalartikel oder Xerox' Pressemeldung.

Ich freue mich daher sehr, dass mich Prof. Ingo Althöfer von der Universität Jena einlädt, am Donnerstag ab 16 Uhr c.t. im Abbeanum der Universität eine Gastvorlesung zu diesem Thema zu halten, in der ihr eure Fragen loswerden könnt. Es gibt sicherlich auch das eine oder andere witzige Anekdötchen.

Edit: Hier gibt es wie gewünscht die Folien als PDF (ca. 7.5 MB). Ich bin der Meinung, dass ein Vortragspublikum entweder Folien lesen oder zuhören kann, nicht aber beides gleichzeitig. Darum bestehen Foliensätze bei mir im Wesentlichen aus Bildfolien, und ich halte den Vortrag dazu frei. Wer nicht selbst dabei war, kann den Inhalt aber erahnen (oder ich muss den Vortrag nochmals halten :-)). Vielen lieben Dank noch einmal für die super Stimmung, die lange anschließende Diskussion und den schönen Abend, das hat mir extrem viel Spaß gemacht!

Pfauenspinne und YMCA

Die Welt der Spinnen ist immer wieder faszinierend. So etwas wie der Paradiesvogel unter den Arachniden ist die Pfauenspinne. Der Name rührt von dem außergewöhnlich bunt gefärbten Hinterleib der Männchen her, der zum Balzen genutzt wird. Außerdem ist die nur ein paar Millimeter große Spinne interessant, weil sie einen sehr guten Sehsinn hat – den braucht sie auch, denn sie ist ein aktiver Jäger und baut Netze nur zum Wohnen.

Den Weiten des Internets bekannt wurde die Pfauenspinne jedoch durch eine weitere Besonderheit: Den sehr ausgeprägten Balztanz des Männchens, bei dem es den bunten Hinterleib durch Klappen vergrößert und erstaunliche Bewegungen mit den Laufbeinen vollführt (Hier ist ein Interview samt Youtubevideo). Und was passiert, wenn so ein Wissenschaftsvideo auf die Internethumorgemeinde stößt, präsentiere ich hier: Die Pfauenspinne tanzt zu YMCA. :-) Was habe ich gelacht. Die Bewegungen sind übrigens echt und kein Fake; es sieht nur daher so ruckartig aus, weil die Spinne in Wirklichkeit winzig ist und die Gliedmaßen daher so leicht, dass man sie blitzschnell bewegen kann. Respekt gebührt demjenigen, der das mit einem schönen Makro gefilmt hat! (via)

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