Informatik, Realsatire, Photos. Und Ameisen in einem Terrarium.

Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und mich faszinieren dezentral organisierte Systeme. Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Ich arbeite als Systemingenieur bei der IVU Traffic Technologies AG in Aachen.



Erklärung des Heartbleed-Bugs

Die mit Abstand coolste Erklärung des Heartbleed-Bugs kommt von XKCD.

Wirklich hervorragend, treffender gehts kaum. Danke, Fee :-)

Der Bundesnachrichtendienst und die Zeichen der Zeit

Wenn der deutsche Auslandsgeheimdienst, der Bundesnachrichtendienst, mal recherchiert – dann, ja dann kommt wirklich alles raus. Und so hat der BND herausgefunden, dass im Wikipediaartikel zum Bundesnachrichtendienst unter dem Abschnitt "Getarnte Dienststellen (Deutschland)" sowie direkt darunter unter „Sonstige Dienststellen“ verschiedenste Tarnbehördenamen stehen, hinter denen eigentlich BND-Residenturen sind. Das ist nicht erst seit gestern Mittag so; hier eine Version desselben Artikels von 2009, damals waren die Dienststellen noch anders geordnet. Auch in dieser Version von 2005 ist der Abschnitt schon vorhanden, jedoch noch nicht so vollständig.

Die Namen sind auffällig unauffällig; Sie sind sozusagen Behördennamen gewordene Kleidungsstücke des klischeehaften Stasibediensteten im verdeckten Einsatz während einer Demonstration. „Bundesstelle für Fernmeldetechnik“, „Amt für Militärkunde“, „Hauptstelle für Befragungswesen“ LOL und so weiter, und so fort. Der BND zieht aus seinen Recherchen jedenfalls den Schluss, dass man zumindest an einige (nicht: alle) in Wikipedia verzeichneten BND-Liegenschaften auch mal BND-Schilder hängen könnte. „Es ergibt für mich keinen Sinn, die Außenstellen des BND in Deutschland unter einer Legendenstruktur zu führen, wenn ich gleichzeitig im Internet nachlesen kann, dass das Amt für x oder das Amt für y eine Organisation des BND ist“, so BND-Präsident Schindler Ende 2013.

Ich rechne dann also mit einer Bekanntgabe der Information, dass der BND von den NSA-Abhörpraktiken zur Gänze gewusst hat, etwa im Jahr 2025.

Kleine Downtime heute

Heute habe ich eigentlich vorbildlich aufgrund des Heartbleed-Bugs mein Debian updaten wollen (danke an Basti für den Hinweis). Dabei habe ich es dann geschafft, es mir zu zerschießen, obwohl ich wirklich nicht mehr als apt-get update und upgrade gemacht habe. Also eben die Xen-VM aus einem Template neu aufgezogen, und die Seite aus dem Backup neu eingesynct. Verlorengegangen ist nix. Sorry für die Downtime. Mann, mann. Dennoch hier der Hinweis: Testet mit der oben verlinkten Seite eure eigenen Server und handelt.

Egel überleben minus 196 Grad Celsius für 24 Stunden

Was mich immer wieder mal fasziniert, sind Superlative aus der Biologie. Hier ist einer: Normalerweise geht man ja davon aus, dass Organismen, gerade mehrzellige, nicht überleben, wenn sie gefroren werden, also durchgehend eine Temperatur von unter null Grad Celsius annehmen. Einige wenige Ausnahmen gibt es, so existieren zum Beispiel Frösche mit eigenem Frostschutzmittel im Blut.

In diesem Paper einer Forschungsgruppe in Tokyo wird nun die Chuck-Norris-Familie unter den Egeln beschrieben, die – im Kontrast zu den o.g. Fröschen – nicht direkt für niedrige Temperaturen gedacht ist. Zumindest dachte man das. Diese Egel wurden für 24 Stunden in flüssigen Stickstoff mit vergleichsweise frischen -196°C getaucht, und zwar ohne vorherige Akklimatisierung. Nach 24 Stunden wurden sie wieder aufgetaut – und lebten wieder. Auch das Überleben mehrerer Einfrier- und Auftauzyklen zwischen 20°C und -100°C stellte kein großes Problem dar, der Schwund unter den Egeln blieb gering. Selbst nach zweieinhalb Jahren Gefrorensein bei -90°C gab es Überlebende. Respekt!

Und die Moral von der Geschicht: Als Egel in einer Tokyoter Forschungsgruppe muss man sich echt warm anziehen. :-) (Danke, Thilo!)

Streikende Knöllchen

Nordrhein-Westfalen wird gerade von einer Warnstreikserie im öffentlichen Dienst heimgesucht. Die Zustände sind un-aus-sprech-lich. Eltern stehen mit hohlem Blick vor geschlossenen Kitas und müssen nun sehen, wie sie ihren Nachwuchs selbst verziehen. Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen: Jeder sollte schauen, ob seine Straßenbahn fährt oder ob er nicht doch lieber den Stau nimmt. Besonders hart trifft es aber die Bonner: „Etwa ein Drittel der städtischen Knöllchenverteiler wird morgen streiken.“ Das geht zu weit, ich bin empört! 8-) (Danke, Fee)

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