Informatik, Realsatire, Photos. Und Ameisen in einem Terrarium.

Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und mich faszinieren dezentral organisierte Systeme. Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Ich arbeite als Systemingenieur bei der IVU Traffic Technologies AG in Aachen an Themen im DevOps-Umfeld.



Facebook als Evolutionsmechanismus

Facebook führt die neue Oberfläche „Timeline“ ein, die Empörung ist groß. Man redet vom Zwang seitens Facebook, es würden „vor allem Facebooks Werbekunden profitieren“, Umfragen werden gestartet, unser Bundesdatenschutzbeauftragter sieht gar den Rubikon die rote Linie überschritten.

Ich kann diese Aufregung nicht mal am Rande nachvollziehen. Ich wiederhole den meines Erachtens wichtigsten Aspekt: Die Timeline entsteht anhand der Daten, die man eingibt. Es ist nicht so, dass Facebook irgendeinen Trojaner auf allen Rechnern installiert, der peinliche Fotos, Bewerbungen und Mails absaugt und daraus nach Zeit geordnet eine Timeline bastelt.

Nein, Facebook arbeitet primär mit dem, was Nutzer freiwillig beitragen. Wer durch Facebook einen Nachteil erleidet, tut das in aller Regel durch private Daten, die er Facebook selbst zur Nutzung übergeben hat. Einem Wirtschaftsunternehmen, mit dem er ansonsten keinerlei Geschäftsbeziehung hat, bei dem er kein Kunde ist, dem er nicht einmal etwas bezahlt! Facebook verdient Geld mit Datensammeln. Wir geben Facebook diese Daten. Die Daten werden ganz nett aufbereitet als Motivation, noch mehr Daten einzugeben. Bestimmungsort der Daten sind aber Facebooks Kunden, und damit insbesondere auch Werbeträger. Auch dritte Institutionen, die wiederum nicht Facebooks Kunden sind, können sich einen Facebook-Account einrichten und so wenigstens den öffentlichen Teil der Daten abschnorcheln. So ist das Geschäftsmodell.

Facebooknutzer, die relevante, vertrauliche Daten dort eingeben, erinnern mich an Schweine im Mastbetrieb.
Schwein 1: „Mann, ist das nicht toll? Wir müssen keine Miete für die Scheune zahlen!“
Schwein 2: „Jaaaa, der Hammer, selbst das Futter kostet uns nichts!“ (Credits).

Facebooknutzer zahlen nicht. Wer nicht zahlt, ist nicht Kunde, sondern Produkt. Jeder hat das gute Recht, sich dazu zu machen. Aber wenn derjenige dann Nachteile dadurch erleidet, dass irgendein Personaler die Fotos des letzten feuchtfröhlichen Abends bei Facebook sieht (und sei es nur durch einen technischen Fehler, so etwas ist nie unmöglich), ist das in meinen Augen nicht der Empörung wert. Derjenige hat doch öffentlich bewiesen, dass er nach 15 Jahren Internetkommunikation immer noch nicht die Grundlagen verstanden hat. Wer hätte denn damit auch rechnen können, dass er folglich bei der nächsten Restrukturierungsmaßnahme™ besonders berücksichtigt wird (Credits für diesen wunderschönen Begriff gehen an das Dirndl, dass ich hiermit herzlich grüße :-) ).

Im Ernst: Soziale Netzwerke und das Internet als solches gehören nicht zur Privatsphäre. Wer einer fremden Firma Informationen hochlädt, die er nicht auch in jeder Tageszeitung über sich lesen wollen würde, muss sich nicht wundern, wenn die auch gewinnbringend genutzt werden, oder auch an Institutionen weitergegeben, die er nicht mag. Also lasst es. Vielleicht nicht das Hochladen, aber das Wundern. Und wenn ihr es doch tut, beschwert euch wenigstens nicht.

Ich selbst bin übrigens keineswegs ein glühender Facebook-Missionar. Ich nutze es ganz gerne, aber gebe eben auch nichts wichtiges dort ein.

Pacman ist NP-Hart, Prince of Persia ist PSPACE-Complete

Giovanni Viglietta von der Universität of Pisa hat sich damit beschäftigt, wie Computerspiele in Komplexitätsklassen eingeordnet werden können. Er hat sich in seinem Paper auf Arxiv nicht nur einzelnen Spielen gewidmet, sondern ein paar grundlegende Theoreme bewiesen, die er dann auf eine Vielzahl von Spielen anwenden konnte.

Das schöne an dem Paper ist, dass heutige Spiele meist mit eigenen Programmiersprachen gescripted sind, die das Design von unentscheidbaren Problemen sofort ermöglichen. Das macht die heutige Spielwelt für die theoretische Analyse eher uninteressant, so dass sich das Paper den ganzen schönen Oldschool-Krachern widmet, die wir auch teilweise vom Amiga oder dem C64 noch kennen :-) Pacman und Prince of Persia habe ich ja schon erwähnt, aber auch Boulder Dash, Doom, Lemmings und viele Klassiker mehr sind mit von der Partie. Und als besonderes Feature gibt es auch: StarCraft. Herrlich!

Näheres zur Megauploads-Anklageschrift

Offenbar war Megauploads das Mitarbeiterklima wichtig: „Hohe Angestellte bei Megaupload hatten Zugang zu einer ungefilterten Suchmaschine des gesamten Inhalts“. Da sind noch einige andere witzige Sachen drin, ich empfehle jedem, das mal zur Entspannung zu lesen.

Ich musste jedenfalls laut loslachen als ich gehört habe, dass sie Kimble aus seinem Panikraum herausschneiden mussten, weil er sich aus seiner Villa nicht herausverhaften lassen wollte. Genau so stelle ich mir das Verhalten unseres Bundesschnäppchenjägers in Schloss Bellevue bildlich vor. Ich empfehle dem Sicherheitsdienst dort schon jetzt, für den Fall von Wulffs Rücktritt Hintertüren und Generalpasswörter in eventuell vorhandene Panikräume einzubauen :-)

Baby heißt "Admin", wird für immer Probleme mit Benutzernamen haben

Außerdem freue ich mich mit Justin-Celvin und der reizenden Damien-Price über die Geburt ihres neuen Schwesterchens, Leesha-Payton! Vielsagend auch der kleine Junge, der vor seiner Kindergärtnerin darauf besteht, den Namen „Pirschelbär“ zu tragen. Ein Anruf bei den Eltern bringt dann Klärung: Der Kleine heisst „Pierre-Gilbert“.

Diese und weitere schöne Namen gibt es auf der Seite „Chantalismus“ – Vorsicht, starker Tobak (Danke, Fee). Oh, und hier noch der Link zum Admin :-)

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