Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und forsche an Algorithmen für dezentral organisierte Systeme. Konkret sind das gerade Schwärme von Robotern. Die Gedankengänge sind aber universell verwendbar: Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Manchmal lenke ich mich vom Forschen ab, indem ich mein Script weiterschreibe oder meine Ameisenkolonie photographiere (auch so ein dezentrales System).
Grandioser Schlag gegen Kinderpornographie im Internet: Dänemarks Polizei sperrt Google und Facebook. “Es dauerte mehr als drei Stunden, bis Kunden die Seiten wieder erreichen konnten. Bis dahin erhielten sie die Meldung, die Seiten seien wegen kinderpornografischen Inhalts gesperrt.“ (Danke, ck)
In Dänemark geht das übrigens ohne Richtervorbehalt. Solange die hochbegabten Internetausdrucker allerdings aus Rechtsprechung und Polizei noch nicht rausgewachsen sind, würde der Richtervorbehalt da auch nichts helfen. Wie auch immer, die Dänen versprechen kurzfristige Besserung: “Künftig müssen zwei Mitarbeiter Sperrungen bestätigen statt wie bisher nur einer.“
Nicht nur, dass die niedersächsische Polizei die stillen SMS zur Ortung über ein privates Unternehmen versendet – nein, die dafür verantwortliche Software hat noch nicht mal einen Zähler für den Versand solcher SMS. Ich möchte mal wissen, wie da die Abrechnung funktioniert. Zitat: „Danach kann durch die zurzeit zum Versand von Ortungsimpulsen genutzte Software die Anzahl von versandten 'stillen SMS' nicht generiert werden. Hierzu wäre eine Veränderung und neue Programmierung der bisher genutzten Software des Leistungsanbieters erforderlich. Nach vorsichtigen Schätzungen würde eine neue Programmierung der Software Kosten in Höhe von etwa 80.000 Euro verursachen.“ (Danke, ck)
Ah ja, 80.000 Euro, um da mal nen Counter einzubauen und neuzukompilieren. Das hört sich ja an, als hätten Digitask, Maik Mixdorf, und die IT-Referate der Polizei Niedersachsen ihre Kompetenzen gebündelt.
Wer kennt noch UniOS? Richtig, da war doch was. Ein kleiner Rückblick: 13 Berufskollegler aus dem schönen Lünen haben angeblich 1900 Codezeilen pro Mann und Tag gecoded bzw. den Hochbegabten der Lokalpresse erzählt, sie hätten ein universelles Betriebssystem (UniOS) geschaffen, was Linux- Windows- und Macsoftware nativ ausführen könne.
Maik Mixdorf, der „Chefentwickler“ (Bwahaha), verstrickte sich dabei immer mehr in Widersprüche, traute sich aber (gehyped von RTL und anderen) nicht, die Story zurückzuziehen. Aufgrund der Dreistigkeit der Behauptungen und der Hartnäckigkeit von Maik Mixdorf hatte ich persönlich damals die Hoffnung, dass hier einfach die Hochbegabtenpresse getrollt werden sollte (was ja gelungen wäre). Leider kam zum Schluss die profanste aller Möglichkeiten heraus: Es war nicht mal Trollerei. Maik Mixdorf hatte schlicht auf dümmste Art und Weise immer weiter gelogen. Es war wohl ungefähr wie hier beschrieben (leider sind zwei ebenso sarkastische wie wahrscheinliche Punkte mittlerweile da rauszensiert, insbesondere einer zu den Eltern mit den Dollarzeichen in den Augen). Zum guten Schluss wollte er dann die Fachpresse in Form eines Golem-Redakteurs vergackeiern und so wurde sein Lügengebäude dann endlich auf verantwortungsvolle Weise abgefackelt.
Weil es zwischendrin (der Hype ging ca. einen Monat) verschiedenste peinliche Behauptungen / Aktionen / Ankündigungen / Ausflüchte von Maik selbst gab, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, lachte die deutsche IT-Welt herzlich über ihn und darüber, dass er von nun an auf ewig mit seiner Story googlebar sein würde. Die meisten Blogger stuften das ganze dann unter Dunning-Kruger-Effekt und „der Junge hat jetzt was gelernt“ ein, so dass da auch niemand weiter groß drauf rumgeritten ist. Maik gab sich damals sehr unbelehrbar, aber auch das sah man nach. Nachdem also alle ihre Tränen gelacht hatten, wurde es still und man ging davon aus, dass es das jetzt war.
Weit gefehlt! Der Dunning-Kruger-Effekt ist stärker, als man gemeinhin annimmt. Die Facebookseite von UniOS ist wieder mit der unnachahmlichen Orthographie von Maik online, und in der Tat gibt es eine beeindruckende Neuerung: „Wir zensieren nicht mehr! also falls Beiträge verschwinden sollten liegt dies nicht an uns!“
Und damit nicht genug: Die Facebookseite wird bald geschlossen, und es gibt bald in Form von http://jb-center.de eine neue, nicht-facebook-basierte, offizielle Internetseite (ist auch tatsächlich auf Maik Mixdorf registriert, im Moment ist da noch eine Strato-Meldung, aber man kann den Link ja schon mal verbreiten).
Man darf gespannt sein, was da wieder an belustigenden technischen Quantensprüngen verkündet wird
. Seid also auch demnächst wieder dabei, wenn es heisst: Und täglich grüßt das Murmeltier Maik Mixdorf!
Update: Man mailt mir gerade diesen themennahen Betriebssystemnamengenerator, auf dem man auch direkt den Launchtermin selbst verschieben kann!
Update 2: Jetzt kommen noch mehr Mails, und ich freue mich, zum Thema hinzuzufügen:
Update 3: Wieder Mails:
Danke an alle! Oh oh oh, das verspricht gut zu werden
Man hat den lieben Maik nicht vergessen.
Wenn ich Urlaub auf Sylt machen will, wie gehe ich vor? Ganz klar, ich lasse einen Geschäftsfreund buchen und gebe ihm das Geld danach in bar wieder (Danke, FWK). Update: Geht auch mit Handyverträgen. Mann, mann, mann. Man muss schon das fehlende Selbstwertgefühl und die Beratungsresistenz der Klischee-Berufspolitikergeneration innehaben, um so eine Behauptung öffentlich zu vertreten. Der NDR hat eine schöne Chronologie des Schnäppchenjagens, da können wir alle noch was lernen.
Hier übrigens ein interessanter N-tv-Artikel über die Menschen im Leben unseres Bundesschnäppchenjägers. Wenn man den letzten Teil darin liest, darf man echt gespannt sein wie bald er nach seinem Abtritt wieder Single ist. Für diesen Fall bitte ich um eine Kollekte für Wulffs nächsten Urlaub. Eine Person habe ich schon, die bereit wäre, einen Tag beizutragen
Hotelvorschläge werden auch gerne entgegengenommen.
So, mal Handymailbox abschalten, bevor der Rubikon wieder überschritten ist hier.
Es scheint jetzt rausgekommen zu sein, wohin der hochbegabte Polizeiadmin-Spezialexperte vom gehackten Bundespolizeiserver versetzt wurde: Polizei macht Hausdurchsuchung, erkennt den iMac nicht, und gibt im Protokoll an, dass man aufgrund des fehlenden Computers davon abgesehen hat, Monitor und Tastatur alleine mitzunehmen.
Manchmal weiss man echt nicht, ob man lachen oder weinen soll. Danke an gleich mehrere Leute, die mir das gemailt haben
Erinnert ihr euch noch an den Bundespolizeihack, dessen Chronologie ich hier vor einiger Zeit beschrieben habe? Kurzzusammenfassung von damals: Zentraler Server der Bundespolizei war aus mangelndem Fachwissen heraus so gut wie ungesichert (XAMPP), Einbruch in den Server erfolgte, Einbruch wurde jahrelang nicht entdeckt und zum Schluss sprach sich der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft auch noch dafür aus, doch im Netz mal offensiver zu werden. In der Folge des Angriffs verteilte der kompromittierte Server verseuchte Software an andere Dienststellen und auch das Zielverfolgungssystem der Bundespolizei musste zeitweise abgestellt werden.
Für alle, die sich bis hier noch nicht genug fremdschämen, berichten mehrere Medien übereinstimmend, dass – neben dem ohnehin vorhandenen Mangel an Fachkenntnis – ein hoher Polizeibeamter maßgeblich zum "Erfolg" des Hacks beigetragen hat. Der hat nämlich den Rechner seiner Tochter mit einem Trojaner verseucht, um sie kontrollieren zu können (alleine das ist rechtlich zumindest schon mal fragwürdig). Ein technisch versierter Freund der Tochter hat den Trojaner bemerkt und ist dann als Retourkutsche in den Rechner des Polizisten eingedrungen. Dort habe er Polizei-interne, vom Polizisten an seine private Mailbox weitergeleitete Mails gefunden, die den Weg zum später gehackten Server geebnet haben sollen.
Da der genannte Server laut Spiegel allerdings gleich mehrfach gehackt wurde, bleibt noch unklar, zu welchem Hack die Hochbegabung des Polizeibeamten jetzt genau beigetragen hat
. Weitere Links: Spiegel, Süddeutsche, Gulli.com.
Ob das Benutzerpasswort des Rechners des Polizisten C3PO-r2d2-POE war, ist nicht bekannt.
Merkel und Rösler stimmen sich über Wulff-Nachfolge ab. Mal gespannt, wer als nächstes auf dem Amt entsorgt wird, vielleicht schlägt Merkel ja Westerwelle oder Rösler selbst vor
Ich wäre ja für Ursula von der Leyen, dann ist die als Kanzlerin vom Tisch.
Wem der Medienrummel zu unübersichtlich wird, der kann sich auf http://istchristianwulffnochimamt.de nun einfach und bequem informieren
(Danke, Jörg). Zusätzlich gibt es diesen Oberbrüller von der Titanic (via fefe).
Auch: Es kommen Fragemails rein, warum hier noch keine Bemerkung zur Wulff-Affäre ist, ob ich krank sei, oder so
. Das liegt daran, dass ich wirklich gerade die Blog-Engine und ein bisschen das Layout umstelle, und daher nur häppchenweise Zeit habe. Überhaupt, dem Chef der Bildzeitung auf der Mailbox zu drohen … das ist so … mann mann mann. Für alle, die meinen Gesichtsausdruck beim Fremdschämen nachempfinden wollen, poste ich einfach mal das dazugehörige Meme.
Eine kleine mathematische Analyse einer Idee von unserer Bundeskinderfamilienministerin. Laut eines Einfalls von Kristina Schröder soll jedes Ministerium für alle seine Gremien eine Frauenquote festlegen. “Diese Quote solle mindestens dem durchschnittlichen Frauenanteil an allen Führungspositionen im jeweiligen Ministerium entsprechen.“
Angenommen, die Führungspositionen werden geschlechtermäßig gleichverteilt aus den Gremien besetzt, oder es ist eine vergleichbare Korrelation zu beobachten. Dann lassen steigende Gremienquoten (nach etwas Zeit) die Führungsquoten steigen. Jede neue Gremienquote darf aber wiederum nicht unter die durchschnittliche Führungsquote fallen, also bringen steigende Führungsquoten wieder steigende Gremienquoten – bis beide 100% erreichen.
Entweder ich mache falsche Annahmen, oder ich schlage auch eine Quote vor: Die höhere Anwesenheitsquote Kristina Schröders in den Grundvorlesungen des Mathe- oder Informatikstudiums. Auch andere Minister dürfen gerne teilnehmen. Meine Tutorien sind für dieses Semester leider schon voll
Enoch zu Guttenberg und Maischberger bringen in der gleichnamigen Talkshow einen Doppelschmunzler. Erst lassen beide lapidar fallen, der Vater sich vorher Fragen zu seinem Sohn verbeten hat (ja, das kann einem schon Leid tun, wenn ein Vater das auf diese Weise muss). Und dann bringt der Vater auch noch folgenden sohnverachtenden, schenkelbrechenden Oberbrüller: *sucht Zettel raus* „Ich habe mir das hier mal aufgeschrieben, […] in unserer Familie muss man mit Zitieren ja bekanntlich aufpassen“
Womit auch klar wäre, warum der Bundeshochbegabte den Kontinent gewechselt hat …