Grüne erreichen Gandhi-Level 3 - FDP überholt Tierschutzpartei

Die Grünen haben die ersten beiden Levels auf der Ghandi-Skala „Ignorieren“ und „Lachen“ erfolgreich abgeschlossen und gehen nun über zu Level 3: "Kämpfen". Ob Level 4 noch erreicht wird, bleibt abzuwarten. Liebe Grüne, man muss kein Sympathisant von euch sein, um festzuhalten: Das hätten alles eure Wähler sein können, hättet ihr die netzrelevanten Themen auch nur mal halbwegs ordentlich angepackt. Passend dazu hält das Bundestagswahlprogramm der Grünen von 1987 (Download hier bei der Heinrich-Böll-Stiftung, danke an Roland fürs Einsenden) ein paar gar köstliche Zitate bereit:

  • Ausweitung der Mitbestimmungsrechte über Betriebe und Branchen hinweg, um der übergreifenden technischen Vernetzung begegnen zu können.
  • Keine Digitalisierung des Fernsprechnetzes.
  • Keine Dienste- und Netzintegration im Fernsprechnetz (ISDN).
  • Keine Glasfaserverkabelung (Breitband-ISDN).
  • Stopp des Kabel- und Satellitenfernsehens.
  • Wirksame parlamentarische Kontrolle der Post.

DIE GRÜNEN sind für Boykottmaßnahmen gegen Erzeugnisse der IuK-Industrie (IuK = Information und Kommunikation, Anm. v. David) wie Bildschirmtext und sind für die Entwicklung alternativer Technologien und nicht-technologischer Alternativen. Das kam alles von Seite 47, gibt aber auch noch andere schöne Stellen. :-)

Zu guter Letzt habe ich noch ein schönes Zitat von der Welt: „Die FDP würde nach derzeitigem Stand überraschend (sic!) wieder in den Bundestag einziehen.“ Und falls doch nicht: Ich bin sicher, dass die FDP sich im harten Wettbewerb mit NPD, Tierschutzpartei und den Bibeltreuen Christen behaupten kann und als neue starke Kraft unter den „sonstigen“ schon bald wichtige Akzente setzt.

Comments

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2012/04/12 04:11
gibt aber auch noch andere schöne Stellen

Ich finde, du bist da zu den Alt-Grünen unfair. Man kann sich, ob der Aktualität, auf ein paar Fehlgriffe stürzen. Bei genauerem Hinsehen (auch wenn ich nicht alles gelesen habe) fielen mir aber einige sehr korrekte Voraussagen auf. Auf Seite 11 zum Beispiel

Verbot des Einsatzes von „undercover agents“ und sogenannten V-Leuten; Auflösung der existierenden Verfassungsschutzämter.

Auf Seite 12

Dagegen setzen DIE GRÜNEN die Forderung, daß Menschen über ihre Daten selbst entscheiden können. In einer demokratischen Gesellschaft darf es keinen gläsernen Menschen geben, wohl aber muß es die gläserne Verwaltung geben.

… das könnte von der Piratenpartei stammen. Auch

kein maschinenlesbarer Ausweis

ist eine Forderung die man inzwischen durchaus als Begründet ansehen kann, nach dem ganzen RFID-Gedöns [„Hacker werden Hacken“].

Dass sie vor 25 Jahren rückblickend nicht in jedem Punkt recht behalten haben (auch in Sachen Gentechnik zum Beispiel), ist einerseits kaum zu vermeiden andererseits sollte man daraus lernen nichts zu radikal zu vertreten, was die Grünen bei Gentechnik und Computerisierung imho damals getan haben.

Ich finde es trotzdem beachtlich, wie viel Wahres in einem 25 Jahre alten Programm steckt. Hätten sie doch nur mehr danach gehandelt, als sie die Chance dazu hatten. Jetzt glaubt ihnen das keiner mehr.




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