Die Drohung war, Informationen über Mitglieder und Strukturen des Kartells zu veröffentlichen, was den sicheren Tod der betroffenen bedeutet hätte. Solche Daten lagen Anon wohl vor. Die Aktion dauerte wenige Tage und dürfte signifikant effizienter gewesen sein als jeder staatliche Befreiungsversuch. Man sieht wieder die erste Grundregel: Cyberwar macht, wer's kann.
Jetzt kommen die üblichen „Reaktionen der weniger fähigen im Nachhinein“. Es wird gefordert, die Kartelldaten dennoch zu veröffentlichen, ganz besonders Weinerliche reden vom Komplizentum Anons bezüglich des Kartells
, falls eine Veröffentlichung unterbleibt. Wer so weint, sollte erstmal satisfaktionsfähig werden. Wer ohne Waffen und gewaltfrei in wenigen Tagen eine solche Aktion gegen ein bewaffnetes Kartell durchdrückt, braucht sich um solches Geweine wirklich nicht zu scheren.
Ich an Stelle von Anon würde das nicht machen, sondern unabhängig bleiben und mich an die getroffene Abmachung halten, sonst ist der nächste Entführte direkt in irgendeinem Straßengraben oder die Situation eskaliert anderweitig. Anons Ziel ist erreicht, damit ist es gut, kein Blutvergießen provozieren. So erhält man sich auch auf allen Seiten den für die Sicherheit notwendigen Respekt. Außer bei den Weinern.
Ich fand ja die Drohung des Kartells lustig, das sie jetzt Hacker anstellen um rauszufinden wer alles zu Anonymus gehört. Das klang ein wenig hilflos. So nach dem Motto, wir können uns jetzt nicht einfach so nem anonymen Internetmob beugen und müssen daher adäquat reagieren.