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Hrefs #4
Heute mit der Bankgeheimnisgeschichte, E-Voting, Gaddafis Dschihad, Rodelfahrten, Rent-A-Politician-Projekten, IP-Adressen, Satellitenschwärmen und diversen Leckerlis.
Hier muss ich mal einen kleinen Einleitungstext schreiben, um bösen Mails vorzubeugen – ich habe weder was gegen Griechenland noch gegen die Schweiz, warum auch? Ich will hier nur ein paar kuriose Pressemeldungen zusammensuchen und es ist reiner Zufall, dass da fast in jedem Eintrag was aus der Schweiz oder Griechenland dabei war. Beide Länder sind halt in den allgemeinen Pressemeldungen im Moment ganz gut vertreten – was natürlich auch teilweise davon kommt, dass Deutschland in den Pressemeldungen dieser Länder aktuell auch ganz gut vertreten ist
Ausland
- Es gibt einen schönen Einestages-Artikel zum Ursprung und zur Geschichte der Schweizer Nummernkonten. Die Schweizer fangen sich ja schon sehr lange Kritik mit ihrem sehr ausgearbeiteten Bankgeheimnis an, das ist ja nicht erst seit ein paar Jahren so. Früher wurde aber von Seiten der Banken eine Legende gebildet, dass man das Bankgeheimnis so etabliert habe, um der (zitiertes kursiv) „intensiv betriebenen Spionage nach jüdischem Geld“ Einhalt zu gebieten. „Ohne Übertreibung darf man feststellen […] dass die Entschlossenheit, mit der das Bankgeheimnis gewahrt wurde und wird, Tausenden von Menschen Vermögen und Existenz gerettet hat.“ Das Bankgeheimnis, so die Botschaft, sei aus durchweg edlen Motiven eingeführt worden, nämlich um jüdisches Geld vor den Raubzügen der Nazis zu sichern. Das wurde auch lange nicht hinterfragt und wurde dann erst in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum sauber platzierten, unhaltbaren Eigentor, nämlich als Mitte der neunziger Jahre publik wurde, dass Schweizer Bankiers, Geschäftsleute und Anwälte systematisch mit den Nazis kooperiert hatten bei deren Versuch, sich die Vermögen aus Deutschland geflohener Juden unter die Nägel zu reißen. Zudem mussten einige Schweizer Banken einräumen, dass sie still und heimlich angeblich „herrenlose“ Vermögen von Holocaust-Opfern horteten, ohne dass Angehörige davon wussten.
- Nach Banken, akademischen Titeln, Computern und Nummernkontenhistorie jetzt Elektronisches Wählen in der Schweiz. Kurz, aber hurz beschrieben: Nicht jeder wählbare ist auch im elektronischen Verzeichnis und kann elektronisch gewählt werden. Wer jemand anders wählen will, als die elektronisch festgehaltenen, geht bitte den Papierweg.
. (via fefe, danke!) - Das kann man nun wirklich nicht der Schweiz in die Schuhe schieben: Gaddafi erklärt der Schweiz den Dschihad. Aha. Soso. Hintergrund ist, dass der Revolutionsführer immer noch angefressen ist, nachdem die Schweizer einen ausfällig gewordenen Sohn von ihm ganz trocken in den Bau gesteckt haben.
Inland
- Nach Osama bin Baden gibts jetzt Osama bin Rodeln!
- Nach der erfolgreichen und publikumswirksamen Aktion Rent-A-Rüttgers kam es zu schöner Häme von Seiten der SPD, die wie üblich etwas leiser wurde als die ebenso erfolgreiche Aktion Rent-A-Steinbrück publik wurde. Heute ganz neu im Programm: Rent-A-Tillich!
Wissenschaft und Technik
- Techdirt beschreibt ein französisches Urteil, nachdem IP-Adressen zur Identifizierung von Personen prinzipiell nicht geeignet sind. Interessant, das könnte mal kurz alle Filesharing- und ähnliche Verfahren umdrehen, wenn das Schule macht.
- Auf Robots.net gibt es schwärmende Satelliten!
Leckerlis
- Der Rackblogger hat ein besonders kunstvolles Exemplar von Nigeria-Spam aufgetan!
- Auf Gulli gibt es einen Beitrag über ein weiteres Glanzstück des Reality-TV: “Schluss mit Hotel Mama“. Geht um verwöhnte Kinder bzw. Jugendliche, die zuhause rausgeworfen werden. Angeblich. Ich zitiere einfach mal (kursiv) einen der Textkerne. Sagt viel über das Niveau der Produzenten aus, aber auch über das der Familien, die da mitmachen. Im vorliegenden Fall wäre einer fast obdachlos geworden. Mutter und Stiefvater des Betroffenen sollen jeweils 500 Euro für die Show kassiert haben. Dumm auch, dass am Ende der Sendung der betroffene Christian aus Leipzig keine familiäre Bindung mehr hatte und akut davon bedroht war, obdachlos zu werden. Was die Zuschauer nicht wissen können: Christian ist kein Stubenhocker und auch kein ausgemachter Computerfreak. Er wird im Verlauf der Sendung aber als kontaktscheuer Nerd, Langschläfer und Ausbildungsabbrecher dargestellt, der von der Familie finanziert oder zumindest geduldet wurde. Dem jungen Mann wurde ein Job und eine eigene Wohnung in Aussicht gestellt, weswegen er bei der „Familiendokumentation“ freiwillig mitgewirkt hat. […] Seine Eltern sollen seine Auszugsversuche im Vorfeld sogar blockiert haben. Er hatte bereits vor den Aufnahmen versucht, auf eigene Faust eine Wohnung zu beziehen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Ohne Vorzeigestubenhocker in der Familie hätte es keine Sendung gegeben. Und ohne Sendung gab es für Mutter und Stiefvater kein Geld! Ich sage es nochmal und werde es wieder sagen: Gut, dass ich keinen Fernseher besitze.
- Auf Hack-a-Day bringt jemand nach aufwendigsten Forschungen zu tage, wie man seine Produktivität verringern kann, indem man ein rotierendes Nummernpad nutzt.
- Zwei nette Sachen von Basic Thinking: Hier haben sie Wordles (Schlagwortwolken) aus aufkommendem Spam gemacht und hier gibt es einen Artikel über die steigenden Einnahmen der Musikbranche trotz Raubkopierern.


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