Auf dieser Seite möchte ich vorstellen, wie vielfältig die Getränke sind, welche man aus einem guten Kaffee bzw. vielmehr einem guten Espresso herstellen kann. Diese Seite kann natürlich nur einen Auszug aus der Welt des Kaffees darstellen. Insofern war das Auswahlkriterium, welche dieser Getränke ich gerne selbst herstelle.
Da der Espresso die Grundlage für alles darstellt und mit seiner Qualität die Qualität des ganzen Getränks steht und fällt, ist ihm auch der oberste Eintrag gewidmet.
7 - 10 Gramm fein gemahlene Espressobohnen sind nötig, um diesen Klassiker zu erzeugen, wobei es sehr auf die Art der Zubereitung ankommt: Die Mahlstärke muss stimmen, die Wassertemperatur auch, und das Wasser muss mit genügend Druck (9 - 15 Bar) durch das Espressomehl gepresst werden – alles abgestimmt auf den jeweiligen verwendeten Espresso. Ausprobieren und Fine Tuning ist also notwendig, bis alles stimmt – und wird auch gerne zu Vorwand für einen weiteren Espresso genommen.
Heutige Kaffeevollautomaten gehen oft noch einen Schönheitsschritt weiter: Das frisch gemahlene Espressomehl wird kurz benetzt, ein bis zwei Sekunden heiss und feucht gehalten (es quillt dann etwas auf) und anschliessend wird der Espresso erst wie oben beschrieben zubereitet, was den Espresso noch einmal aromatischer und die Crema (das Schäumchen obendrauf) beständiger macht.
Ein Espresso sollte aus ca. 50ml Flüssigkeit bestehen und in einer kleinen, konischen, dicken Porzellantasse serviert werden, die optimalerweise vorgewärmt sein kann. Einen guten Espresso krönt die hellbraune, feine Crema, der feine Espressoschaum, der sogar Zucker tragen sollte.
Sämtliche hier beschriebenen Getränke beruhen auf Espressobohnen und sachgerecht zubereitetem Espresso. Denn: Instant-Espresso gibt es nicht, auch wenn verschiedene Supermärkte anderes behaupten und Filterkaffee erreicht nie die Qualität und das Aroma eines wirklichen Espresso.
Der kleinste Vertreter der Espressofamilie: Durch Halbierung der Flüssigkeitsmenge bei gleicher Bohnenmenge im Vergleich zum Espresso besonders stark, besonders aromatisch. Auch Espresso corto genannt, der „kurze“.
Ein „verlängerter“ Espresso. Gleiche Bohnenmenge wie beim Espresso, aber mehr Wasser, daher etwas weniger stark und aromatisch, aber längerer Genuss durch die größere Menge. Kommt dem, was landläufig als „Kaffee“ bezeichnet wird, am nächsten.
Manche Caffeebars verwenden einmal gemahlene Bohnen für zwei Espresso hintereinander, weshalb der zweite Espresso dann eher einem Mengenmässig halbierten Lungo gleichkommt. Selbst vor Kaffee macht also der Kommerz nicht halt
Nach einem deftigen Essen zu empfehlen: Doppelter Espresso, aus doppelter Menge Kaffeemehl.
Gefrorener Espresso, wahlweise mit Zucker, wird zerstoßen und mit Milch oder Sahne serviert. Aus gefrorenem Espresso bilden sich übrigens sehr schöne Muster heraus, wenn er auftaut, achtet mal darauf!
Einfacher oder Doppelter Espresso wird über Crushed Ice serviert (hier ist das Eis aus Wasser, nicht Espresso).
Der „Gefleckte“. Man nimmt einen Espresso und gibt einen Schuß heiße, geschäumte Milch darauf. Die Gesamtmenge des kleinen kräftigen sollte so klein sein, dass „der Macchiato“ noch ohne weiteres in einer Espressotasse serviert werden kann.
Der originale Cappuccino besteht aus einem Espresso, heisser Milch und Milchschaum, die zu einer Getränkemenge zwischen 120 und 200 ml gemischt werden. Oft wird auch ein Lungo anstatt eines Espresso verwendet, insbesondere bei den größeren Cappuccini. Auf die Schaumkrone gibt man gerne ein wenig (!) Kakao- oder Schokoladenpulver.
Am besten ein klein wenig in das fallende Pulver blasen (nur ein bisschen stärker, als hauchen!), um es gut zu verteilen… (Danke an Andreas für diesen Hinweis!)
Die Französische Art, Kaffee zu geniessen. Besteht aus einem Lungo und viel heisser Milch, und wird üblicherweise in einem Bol, einem großen, henkellosen Trinkgefäß serviert.
Mit ca. 300 ml größer als der Cappuccino, beansprucht der Latte macchiato mehr Milch und Milchschaum für sich, enthält aber wieder genau einen Espresso.
Die Zubereitung ist etwas schwieriger, da beim Latte Macchiato sehr viel Wert auf die Ästhetik gelegt wird: Zunächst wird die heisse Milch in das (natürlich vorgeheizte) Glas gegeben, anschliessend der Milchschaum. Zuletzt wird der Espresso langsam und gefühlvoll durch den Schaum gegossen, so dass erstens im Schaum möglichst wenig Spuren bleiben und zweitens der Espresso eine klar abgegrenzte Schicht zwischen Schaum und Milch bildet. Das erfordert einige Übung, bis es klappt, also nicht verzweifeln.
Je leerer das Glas wird, desto milder wird also der Latte Macchiato.
Entstanden aus der Not, dass ich in meiner im Sommer sehr sehr warmen, damaligen Studentenbude, als ich einen Latte Macchiato, aber trotzdem etwas Kaltes wollte. Prinzipiell: Zwei bis drei Eiswürfel in ein Latte Macchiato-Glas geben, Gewohnte Menge Milch hinein, nach Wahl und Vorhandensein noch gekühlten Milchschaum darüber und durch diesen einen Eisgekühlten (nicht gefrorenen) Espresso gießen. Es gibt aber Erweiterungen: