Kurze evolutionäre Betrachtung des Digital Rights Management

Kurze evolutionsbiologisch angehauchte Durchsage zum Digital Rights Management, zu dessen mutmaßlicher Zukunft – und warum z.B. der Hersteller Ubisoft es so übertreibt, dass er zusätzlich zum erwarteten kurzfristigen Schaden langfristig noch viel mehr Schaden davontragen wird.

Aktueller Fall

Extrem kurze Zusammenfassung (wer mehr Informationen will, klickt einfach auf die Links):

  1. Digital Rights Management (DRM) ist eine Erfindung der Neuzeit. Es macht möglich, dass man über gekaufte Inhalte (Lieder, Filme, Spiele, …) nicht wirklich frei verfügen kann, sondern der Zugriff herstellerseitig gesteuert wird. Salopp gesagt fragt das Produkt (Lied, Film, Spiel, …) bei jeder Benutzung beim Hersteller um Erlaubnis. So kann dieser jederzeit den Zugriff sperren, oder einfach Daten darüber speichern, wann welcher Benutzer welches Produkt nutzt. DRM ist in letzter Zeit groß in Mode gekommen, hat sich aber z.B. bei Musik schlussendlich nicht durchsetzen können. Dafür nutzt es die Spieleindustrie im Moment um so mehr: Viele Spiele verbinden sich beim Spielstart zu den Herstellern und fragen um Starterlaubnis. Offensichtlicher Nachteil: Ist man nicht online, kann man nicht spielen. Manche Spielehersteller sehen hierfür auch eine kleine Abschwächung ihrer DRM-Technologie vor, einen sog. Offline-Modus, in dem die Spiele nicht beim Server nachfragen (meist verbunden mit irgendwelchen Nachteilen beim Spiel). Da oftmals auch Produkte an einen bestimmten Benutzer gebunden werden, wird auch der Weiterverkauf erschwert oder gar verboten, was die Verkaufszahlen in die Höhe treiben soll.
  2. Ubisoft ist ein großer, renommierter Spiele-Publisher mit eigenen Entwicklungsstudios und einem großen Portfolio an populären entwickelten Spielen. Ubisoft hat in letzter Zeit mit einem besonders restriktiven DRM-Vorhaben von sich reden gemacht: Wer spielen will, muss dauerhaft online sein. Wenn bei jemandem die Verbindung abbricht, hat der Pech gehabt, selbst Spielstände liegen nämlich auf dem Internetserver. Dies gilt selbst für Spiele, die fürs Spielen gar nicht auf eine Onlineverbindung angewiesen sind (also insbesondere auch Single-Player-Spiele). Die Spiele können auch bei der permanenten Datenübertragung kurz einfrieren, etc.
  3. Dieser restriktive DRM-"Schutz" wurde geknackt. Wer sich eine Raubkopie besorgt, spielt störungsfrei.
  4. Nun sind die DRM-Server von Ubisoft abgestürzt, so dass die legal gekauften Spiele nicht mehr um Erlaubnis fragen können.
  5. Fazit: Ehrliche Käufer können nicht spielen, wer sich eine Kopie besorgt hat, schon.

Herzlichen Glückwunsch zur guten PR, Ubisoft. Das ist übrigens nicht das erste mal, dass DRM zu solchen Sachverhalten führt.

Der evolutionäre Nachteil des Ubisoft-DRM ...

Die evolutionäre Zukunft

Aber die Evolution hätte ja auch keine Wirkung wenn nicht jeder, der einen naturwissenschaftlich nachweisbar falschen Weg verfolgt, diesen nicht auch bis zum Tod verfolgen würde, oder? :-D

Hier noch eine nette Bildergeschichte, die satirisch das Spielerlebnis der Ubisoft-Raubkopierer mit dem der Spielekäufer vergleicht (via fefe).