Informatik, Photos, und Ameisen in einem Terrarium.

Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und mich faszinieren dezentral organisierte Systeme. Ich arbeite als Systemingenieur bei der IVU Traffic Technologies AG an Themen im Umfeld von Continuous Delivery und DevOps.



Wo sind die Artikel?

Liebe Leser,

manchmal muss man sich eine Nacht Gedanken machen, wie man jetzt weitermacht. Die Nacht ist jetzt vorbei, und die Gedanken sind gemacht. Ich richte die Seite neu aus. Das heißt zu gut deutsch: Ich schmeisse sämtliche Artikel raus, die in irgendeiner Form zum Tagesgeschehen oder zu Satire zu zählen waren (und dazu noch ein paar, die insgesamt nicht reinpassen und solche, die veraltet sind). Für diesen Hausputz gibt es gleich mehrere Gründe.

  1. Der wichtigste und akute: Von allen Artikeln hier besteht bei solchen mit Rants oder irgendwelcher Satire am ehesten die Gefahr, dass Leute Anstoß daran nehmen können. Das ist in zwei Fällen geschehen, was ich einsehe, und wofür ich mich hier entschuldige. Die beiden betroffenen Seiten habe ich nach dem Feedback einfach sofort gelöscht. Jetzt kann ich nicht immer wissen, was andere gut finden und was nicht. Das heisst: Ich muss entweder eine „Scheißegal“-Einstellung entwickeln, wie z.B. die Titanic oder „professionelle Ranter“ wie fefe oder Don Alphonso sie haben müssen. Oder aber, ich minimiere das Risiko einfach, und lasse es ganz. Das wäre dann auch maximal deeskalierend, nach meiner Auffassung ein weiterer Vorteil. Da ich keine „Scheißegal“-Einstellung entwickeln möchte, tritt zweiteres in Kraft: Ich lasse es halt ganz.
  2. Bleibt die Frage: Warum schmeisse ich dann nicht nur satirische Artikel raus, sondern gleich alle mit Tagesgeschehen? Hier ist der Anlaß weniger akut: Ich gehe jetzt ja ohnehin die Artikel mal durch. Da kann ich auch sagen: Wenn schon Hausputz, dann auch richtig. Und von allen Artikeln machen solche mit jedweder Form Tagesgeschehen insgesamt am meisten Wartungsarbeit und am wenigsten Spaß. Dieser Punkt nervt mich sogar schon lange, ich habe das nur nie abgestellt. In den letzten Jahren habe ich andere Hobbies dazubekommen, die auch Zeit brauchen und nichts direkt mit dem Internet zu tun haben. Ich würde mich hier also gerne auf wenige technische oder fotographische Artikel beschränken, vielleicht mit ein paar kleinen, erheiternden Netzfundstücken zwischendurch, was aber optional ist. Andere Hobbies möchte ich wieder aufnehmen: Es wäre zum Beispiel cool, mit der gewonnenen Zeit einfach mal wieder das Neuroscript zu erweitern. Davon haben Leute auch mehr als von irgendwelchen Witzchen, die dann die einen gut finden und die andern schlecht (auch Witze, die man gut findet, sind flüchtig). Oder ich nehme die Zeit und mache mal wieder ein paar Langzeitbelichtungs-Fotos und erkläre die genauen Setups, auch sowas ist nett.
  3. Drittens. Von allen Artikeln veralten solche mit Tagesgeschehen am schnellsten. Nach kurzer Zeit haben die eigentlich gar keinen Wert mehr. Das Ergebnis kann man auf vielen Blogs sehen, die es ein paar Jahre gibt. So auch auf meinem. Auf vielen Blogs existieren hunderte oder gar tausende alte Seiten, in denen die Links vielleicht gar nicht mehr stimmen, oder die einfach aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, so dass man sie heute gar nicht mehr versteht. Sowas ist nicht nur herumliegender Trash, sondern kann Ärger verursachen: Einer der Artikel, an dem Anstoß genommen wurde, war von 2012. Damals war das Thema Tagesgeschehen, jeder hat sofort verstanden woher das fragliche Zitat kam, und alles war gut. Offensichtlich muss das zwei Jahre später nicht mehr gut sein, und kann die Gemüter erregen. Das gilt im guten wie schlechten für ganz viele Artikel, egal welcher Art: Der Kontext ist einfach nicht mehr da. Dennoch misten viele Seitenbetreiber solche Artikel nicht aus. Könnten ja noch ein paar Klicks bringen. Ich finde, das ist es nicht wert, wenn man als Preis dafür den Überblick über die eigene Seite verliert, und durch einfaches Ausmisten Ärger vermeiden kann. Auf sowas muss man zum Beispiel nicht bei Ameisenfotos achten, an denen man sich zeitunabhängig erfreuen kann (sofern man sich für Ameisen interessiert) und nur in abgeschwächter Form bei technischen Artikel (sofern man sich für Technik interessiert und die Artikel sinnvoll geschrieben sind).

Das war der Winterputz bezüglich der Webseite. Das zweite, was dem Winterputz zum Opfer fällt, ist Twitter. Ich war jetzt rund zwei Jahre bei Twitter dabei (wenn auch nicht besonders aktiv). Ich hatte das damals als so eine Art Versuch gestartet. Ich war mir nie wirklich sicher, wie ich es jetzt finde. Also habe ich da gestern einfach auch Tabula Rasa gemacht.

Twitter ist als weltweites Echtzeitmedium beeindruckend. Auf der andern Seite ist es ein Zeitfresser, und die Maximalgrenze von 140 Zeichen hat einen Nebeneffekt: Sie sorgt automatisch für Zuspitzung da, wo es eigentlich auch gereicht hätte, nur mal „Guten Tag“ zu sagen. Da kann man nicht nur den Usern einen Vorwurf machen: Wie will man auch einen sinnvollen Diskurs auf 140 Zeichen pressen? Also schreiben Leute einfach nur eine hassende Beschimpfung, und selbst die müssen sie noch abkürzen, wenn sie noch ein paar Hashtags einbinden wollen. Ich sehe nicht, warum ich da aktiv teilnehmen müsste. Ich maile lieber oder rufe an, wenn ich echt was zu beanstanden habe. Anrufen ist übrigens eine sehr niveauvolle und meist nette Art, etwas zu regeln, kann ich nur empfehlen.

To be fair: Ein Vorteil von Twitter besteht meiner Meinung nach darin, dass man sich zu irgendeinem Event, das gerade stattfindet, in den Hashtag einklinken kann und dann live die Infos vorbeirauschen sieht. Dafür braucht man aber keinen offiziellen Twitteraccount, da reicht irgendein anonymer. Es scheint hier auch ein Regionales Gefälle zu geben: In den USA ist Twitter verbreiteter und gehörter als in Deutschland.

Ich führe den Hausputz während der nächsten Abende durch. Ich gehe dafür wirklich alle Unterseiten durch. Das ist ein wenig Arbeit, also bleibt solange dieses Splashpanel hier kurz stehen. Ich wollte das eigentlich irgendwann im Januar machen, jetzt ziehe ich es eben vor. In der Zeit kann es sein, dass Links ins Leere führen, oder kleinere technische Störungen auftreten. Der static content wie z.B. das Neuroscript bleibt in der Zeit online.

Bis dahin, und viele Grüße
David.

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