Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und forsche an Algorithmen für dezentral organisierte Systeme. Konkret sind das gerade Schwärme von Robotern. Die Gedankengänge sind aber universell verwendbar: Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Manchmal lenke ich mich vom Forschen ab, indem ich mein Script weiterschreibe oder meine Ameisenkolonie photographiere (auch so ein dezentrales System).
Nach all den Lästereien über Hüpfburgen, Grundschullehrämtler und vieles mehr ist es mal wieder Zeit für ein Ameisen-Update. Genauer: Zwei Ameisen-Updates – gleich kommt nämlich noch eins. Insgesamt schreibe ich nicht sooo viel zu den Ameisen. Das hat damit zu tun, dass die Ameisen im Moment nicht gerade Rampensäue sind, sondern relativ zurückgezogen leben, nachdem der Start ins Jahr eigentlich sehr lebhaft war. Warum das so ist – keine Ahnung.
Schimmel im Formicarium gibt es nicht, sie sitzen einfach da, hüten ihren Nachwuchs und befühlern sich. Dennoch rennen ab und zu ein paar Kundschafter in der Arena herum und nutzen das Nahrungsangebot. Insbesondere Heimchen und Honig sind beliebt. Das hat mich dazu verleitet, ein paar Makros von honigschleckenden Ameisen im Gegenlicht zu schießen
– seht selbst. Auf einigen Bildern sieht man auch, wie die Ameisen sich gegenseitig füttern.
Übrigens habe ich heute gemerkt, dass mir einige Benutzerkommentare in älteren Ameisenartikeln durch die Lappen gegangen sind – auf die habe ich mal geantwortet. Sorry dafür!
Die Ameisen (eine Kolonie mit ca. 100 Individuen) sind in einem großen Reagenzglas eingetroffen, so dass ich heute endlich die ersten Makros anfertigen konnte