Ich bin Informatiker mit biologischem Interesse und forsche an Algorithmen für dezentral organisierte Systeme. Konkret sind das gerade Schwärme von Robotern. Die Gedankengänge sind aber universell verwendbar: Je weniger globale Abhängigkeiten existieren, desto skalierbarer und robuster ist ein System. Jeder Blick in die freie Natur unterstützt mich in dieser Denkweise. Manchmal lenke ich mich vom Forschen ab, indem ich mein Script weiterschreibe oder meine Ameisenkolonie photographiere (auch so ein dezentrales System).
Was macht man als SPD-Mitglied des linken Flügels, wenn die eigene Spitzenkandidatin die Landtagswahl NRW überragend gewonnen hat, weil sie glaubwürdig rübergebracht hat, auch in NRW bleiben zu wollen? Wenn man angesehen hat, wie der Hauptgegner nach anfangs gar nicht sooo schlechten Umfragewerten dramatisch verliert, weil er genau diese ortsbezogene Glaubwürdigkeit nicht hatte? Ganz klar: Man schlägt sie als Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl 2013 vor! „Auch inhaltlich müsse die SPD vom jüngsten Wahlerfolg lernen, heißt es bei den Sozialdemokraten.“
Mann, die NRW-Wahl ist nur ein paar Tage vorbei, die politische Leiche von Norbert Röttgen ist noch nicht abgekühlt, da untergraben die schon mal präventiv die Glaubwürdigkeit von Frau Kraft. Well done! Geht aber noch gut weiter: “'Das Thema Entschuldung, das einige Leute in der SPD wie eine Monstranz vor sich hergetragen haben, ist ganz offensichtlich kein Thema, das viele Menschen berührt' sagt Juso-Chef Sascha Vogt.“ Na dann freue ich mich mal auf die Bundestagswahl und die nächste Landtagswahl in NRW.
(Für die Neu-Leser aus Köln, damit sich keine Eltern beschweren: Der Hintergrund ist, dass ein Bundeskanzler nach Berlin gehen muss, weil Berlin unsere Hauptstadt ist. Berlin ist aber nicht in NRW!)